05.02.2018   |   Deutschland

Blick hinter die Fassade

Schütz & Musch fertigt Fassadenelemente effizienter denn je – mit neuester HOMAG Plattenaufteiltechnik

„Diese innovative und bedeutende Entwicklung ist bei unseren Kunden – Architekten, Planern, Baustofffachhändlern und Fachverlegern – sehr gut angekommen. Weil wir nun Platten bis zu 8 Metern Länge präzise formatieren und konfektionieren können, sind wir in ein völlig neues, anspruchsvolles Segment vorgestoßen“

Friedrich Jutz, Betriebsleiter von Schütz & Musch

Schneller, größer, individueller: Dieses Motto gilt längst auch für Hersteller von Fassadenelementen wie die Schütz & Musch GmbH. Die Schwaben gehören in der Region Süddeutschland, Österreich und  Schweiz zu den führenden Anbietern von Fassadensystemen aus Faserzement und Aluminiumverbund. Um diese Marktposition weiter ausbauen und steigende Kundenanforderungen auch in Zukunft erfüllen zu können, hat der Betrieb sein Sägezentrum komplett erneuert: mit einer Säge-Lager-Kombination von HOMAG.

Im Schreinerhandwerk und bei Möbelherstellern sind Zuschnittlösungen von HOMAG beinahe schon so etwas wie der Goldstandard. Anders sieht es im Fassadenbau aus, hier gelten die Sägen bislang eher als Geheimtipp. Entwickelt werden sie schließlich in erster Linie für die Holzbearbeitung und nicht zum Aufteilen von Platten aus Faserzement oder Aluminiumverbund.

Dass dies keineswegs ein Nachteil sein muss, sondern angesichts der hoch effizienten Prozesse im Möbelbau sogar von Vorteil sein kann, hatte Friedrich Jutz schon früh erkannt: „Unsere Abläufe im Zuschnitt und die dadurch benötigten Technologien sind denen im Möbelbau ja recht ähnlich. Nur die zu bearbeitenden Plattenmaterialien sind andere“, so der langjährige Betriebsleiter von Schütz & Musch.

Vorsprung durch Qualität und kurze Lieferzeiten

Das 1981 gegründete Unternehmen mit Sitz in Scheer bei Sigmaringen fertigt und vertreibt modernste Bauelemente für Fassaden, Dächer, Balkone und die Gebäudebegrünung – in bester Qualität und kundenindividueller Ausführung bei kurzen Lieferzeiten. Diese Kombination ist die Stärke und das Fundament des Unternehmens. Gelegt haben es Geschäftsführer Otto Schütz und Reinhold Musch.

Aus dieser Überzeugung heraus gründeten sie schließlich die Schütz & Musch GmbH. Mit Erfolg: Für die Kunden sind schnelle Lieferzeiten zwischen fünf und zehn Arbeitstagen längst Normalität – und dies meist inklusive der CAD-Planung, Datenaufbereitung, Materialbestellung sowie der kompletten Bearbeitung vom Zuschnitt über das Fräsen bis zur Lackierung. „Dabei sind wir auch dank der Neuinvestition in die Säge-Lager-Kombination von HOMAG nun so flexibel, dass wir diese Zeiten sogar noch toppen und in dringenden Fällen auch mal Schnellschüsse einschieben können“, sagt Jutz.

Plattendurchsatz von rund 160.000 qm im Jahr

Nicht zuletzt durch diese Servicestärke hat sich der einstige Handwerksbetrieb zu einem modernen und zeitgemäßen Industriebetrieb mit rund 40 Mitarbeitern und neun Millionen Euro Jahresumsatz entwickelt. Verarbeitet werden dafür auf der neuen Anlage jährlich gut 160.000 qm Plattenmaterial, dies entspricht einer Tagesleistung von durchschnittlich 700 bis 800 qm – darunter überwiegend Materialien aus Faserzement von Eternit EQUITONE sowie Alucobond von 3A Composites. Hinzu kommen Steinfaserplatten von Rockpanel speziell für hinterlüftete Fassaden, Balkonverkleidungen und DOMINO Pflanzgefäße sowie zementgebundene Holzspantafeln für Schütz & Musch Balkonbodenplatten, die ebenfalls auf der Säge passgenau zugeschnitten werden.

Das anspruchsvolle Materialportfolio war jedoch nur ein Grund für die Investitionsoffensive von Schütz & Musch. Hinzu kommen seit einigen Jahren spürbar steigende Produktionsanforderungen: „Wir stellen in der Fassadenbekleidung eine zunehmende Individualisierung fest“, erklärt Betriebsleiter Jutz. „Dadurch sind die Losgrößen bei uns oft kleiner und die Formate größer geworden – kurzum: es wurde fertigungstechnisch komplexer. Auf diesen Trend mussten wir reagieren und unsere Produktion technisch neu aufstellen. Wir haben uns dann für die große Lösung entschieden und massiv investiert, um flexibel, schnell und effizient zu bleiben und unseren Kunden auch in Zukunft die gewohnt hohe Qualität und Leistung bieten zu können“.

Stark aufgestellt – mit neuer Säge-Lager-Kombination von HOMAG

Die Verantwortlichen von Schütz & Musch beschlossen, ein komplett neues Schneid- und Fräszentrum aufzubauen. Fertiggestellt wurde es bereits Ende 2015 in einer neuen, eigens errichteten Produktionshalle mit einer Grundfläche von 40x30 Metern. Viel Platz für eine durchdachte Gesamtlösung, die von HOMAG kommen sollte. Aus guten Gründen, erklärt Jutz: „Natürlich haben wir uns im Vorfeld verschiedene Lösungen angeschaut. Und ja: Es hätte günstigere Anlagen als die Säge-Lager-Kombination von HOMAG gegeben. Allerdings hätten wir dann in puncto Maschinenbauqualität auch nicht das bekommen, was uns heute so stark macht: eine leistungsfähige und perfekt aufeinander abgestimmte Gesamtlösung aus Lager, Säge und Software.“

Im neuen Sägezentrum sind alle Maschinen intelligent miteinander vernetzt und damit bereit für die Anforderungen der Industrie 4.0. Im Kern sind dies ein automatisches HOMAG Flächenlager TLF 411 mit Plattenwender und zusätzlichem Zwischenlager und die speziell für den Zuschnitt im Fassadenbau ausgelegte HOMAG Plattenaufteilsäge HPP 300. Für einen reibungslosen Daten- und Produktionsfluss sorgt die HOMAG Optimierungssoftware Schnitt Profi(t). „Manuelles Datenhandling und Handvermaßungen gehören bei uns damit weitgehend der Vergangenheit an. Die meisten Kunden übermitteln ihre Daten online in unser Planungsbüro. Dort werden sie aufbereitet, mit Schnitt Profi(t) optimiert und über das interne Netzwerk direkt weiter an die Maschinen geleitet“, erklärt Jutz.

Intelligent und mit feinster Sensorik ausgestattet: Flächenlager TLF 411

Den Anfang macht das Lager. Es managed bei Schütz & Musch nahezu den kompletten Plattenbestand und beschickt die Säge vollautomatisch von hinten. Im Vergleich zu vorher bringt dies enorme Effizienzgewinne und erlaubt wesentlich ergonomischeres Arbeiten. Der Grund: „In der Vergangenheit hatten wir mit Hochregalen im Außenlager gearbeitet. Von hier mussten wir das Material palettenweise per Gabelstapler abholen, zum Zuschnitt in die Halle fahren und eine dort schon seit 1997 installierte Plattenaufteilsäge manuell von vorn beschicken“, berichtet Jutz.

Heute läuft alles automatisch ab. Das HOMAG Flächenlager beschickt die Säge HPP 300 just-in-time und beherbergt dafür auf 28 mal 16 Metern sowohl sortenreine als auch chaotische Stapel mit Plattenmaterialien von maximal 5 x 1,5 Metern. Bestückt wird das Lager über zwei Einlagerplätze. Einer dieser Plätze nimmt Standardplatten auf. Über den zweiten Platz wird unter anderem der Plattenwender beschickt. Er dreht alle Platten, die aufgrund ihrer Empfindlichkeit mit der Sichtseite zueinander im Stapel liegend angeliefert werden. Nach dem Wenden gehen sie automatisch – mit Schonplatten geschützt – ins Lager.

Angesichts der vielen verschiedenen Materialien überzeugt die Saugtraverse des TLF 411 insbesondere mit ihren Vakuumsaugern. „Das System transportiert selbst unterschiedlich durchsaugende Materialien wie Steinfaserplatten mit 8, 10 und 12 mm Stärke souverän“, sagt Jutz. „Dafür hebt die Traverse jede einzelne Platte zunächst vorsichtig an, prüft noch mal das Gewicht und startet erst dann den Transport zur Säge.“

HOMAG Säge HPP 300 mit Gipspaket und vielen Extras

Die Plattenaufteilsäge HPP 300 ist ein Garant für Höchstleistung im Zuschnitt. Das Bestsellermodell der HOMAG Plattenaufteiltechnik GmbH ist von Haus aus auf Durchsatzstärke und Zuverlässigkeit ausgelegt. Durch die große Auswahl an Zusatzausstattungen lässt sich die Säge zudem für nahezu jeden Bedarf und die unterschiedlichsten Anforderungen auslegen – auch und insbesondere für die Herstellung von Fassadenbekleidungen.

Dies beweist auch die Plattenaufteilsäge bei Schütz & Musch. Das Modell ist mit einem Gipspaket ausgestattet, es enthält unter anderem Spezialsägeblätter für die Materialien im Fassadenbau sowie eine Absaugung, die zusammen mit dem ebenfalls optionalen Staubschutzvorhang und der Absaugtechnologie dustEx für eine nahezu staubfreie Arbeitsumgebung sorgt. Die HPP 300 punktet zudem mit einer Schnittlänge von 5600 mm und Zusatzfunktionen wie dem Schnittspaltschießer. Er verhindert, dass Anschnitte und Materialrest in den Schnittspalt fallen und erspart so aufwändige Reinigungsaktivitäten.

Durch die Funktion „Nuten“ entlastet die Säge sogar die nachfolgende CNC-Station – und das bei maximaler Power im Durchsatz. Denn ausgestattet mit dem innovativen Power Concept kann die Säge zeitgleich mehrere Streifen mit unterschiedlicher Ablängung zuschneiden. Für jeden Streifen und jede einzelne Platte wird direkt an der Säge zudem ein Etikett ausgegeben und manuell aufgebracht. Es gewährleistet die eindeutige Identifizierung aller Teile durch den gesamten Bearbeitungsprozess hindurch.

Dank ihrer Kraft und Größe hat die HPP 300 das Bearbeitungsspektrum von Schütz & Musch noch mal erheblich ausgeweitet. „Diese innovative und bedeutende Entwicklung ist bei unseren Kunden – Architekten, Planern, Baustofffachhändlern und Fachverlegern – sehr gut angekommen. Weil wir nun Platten bis zu 8 Metern Länge präzise formatieren und konfektionieren können, sind wir in ein völlig neues, anspruchsvolles Segment vorgestoßen“, sagt Jutz. Beschickt werden solche Großformate dann allerdings nicht mehr vom Lager, sondern per Hand über den vorderen Maschinentisch – dank Schnitt Profi(t) heute allerdings effizienter denn je.

Die Struktur in der Produktion hat sich insgesamt verbessert

Ob Arbeitsaufwand, Fertigungstempo, Materialausbeute, Qualität oder Ergonomie: Die neue Säge-Lager-Kombination von HOMAG ist für die Schütz & Musch GmbH in Scheer bei Sigmaringen ein Gewinn auf ganzer Linie. „Das schnelle und flexible Lager beschickt die Säge immer just-in-time, denn beide Maschinen sind perfekt aufeinander abgestimmt“, betont Jutz und zieht weiter Bilanz: „Selbst empfindliches Plattenmaterial bearbeiten und transportieren wir jetzt deutlich schneller und um ein Vielfaches schonender und prozesssicherer als bisher. Weitere Pluspunkte sind die verbesserte Ergonomie im Zuschnitt und die logische Ordnung aller Teile durch die kommissionsweise Abstapelung. Kurz: Durch die neue Säge-Lager-Kombination hat sich unsere gesamte Fertigungsstruktur wesentlich zum Besseren verändert.“

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