• 22.01.2018
  • Deutschland

Das Fünfachs-Trio

Warum haben sie sich diese 3 Tischler-Betriebe an den Fünfachser Venture 115 gewagt? Wir waren auf CNC-Tour.

  • Holger Hölzing und Tobias Hück haben einen Platz für ihren Fünfachser gefunden.

    Holger Hölzing und Tobias Hück haben einen Platz für ihren Fünfachser gefunden. Foto: genau / Lutz Odewald

  • Mario Gießelbach und seine Venture 115 – ein Dreamteam

    Mario Gießelbach und seine Venture 115 – ein Dreamteam. Foto: genau / Lutz Odewald

  • Die zwei für die CNC – Volker Neuy und Guido Krahmer-Mollenberg.

    Die zwei für die CNC – Volker Neuy und Guido Krahmer-Mollenberg. Foto: genau / Lutz Odewald

Im echten Leben haben die drei Betriebe nichts miteinander zu tun.
Doch eines eint die Hightech-Tischlerei aus Hennef, die jungen Wilden aus Düsseldorf und den Newcomer aus Grefrath: das neue Fünfachs-Bearbeitungszentrum in der Werkstatt.

Hintern einziehen: Wenn die Bearbeitungszelle der Venture 115 L auf ihren Portalschienen verfährt, bleiben Kollisionen auch in engen Werkstätten folgenlos. Die Fünfachs-Maschine ist nämlich mit einem Bumper ausgestattet, einem Sicherheitspolster. Das stoppt die Maschine, wenn sie auf Konfrontation mit ihrem Bediener geht. Empfindliche Sicherheitsmatten oder großräumige Absperrungen braucht das Hightech-Schätzchen nicht. Was die neue Allzweckwaffe für Schreiner und Tischler noch kann, wollten wir in drei ganz unterschiedlichen Betrieben genauer erfahren.

Der Innovator

„Wir sind die modernste Tischlerei der ganzen Region.“ Mario Gießelbach ist ein Freund klarer Worte. Und sieht seinen Betrieb für Inneneinrichtungen, Ladenbau und Möbel eher industriell orientiert als handwerklich aufgestellt. Der 50-jährige Ducati-Fahrer entspricht so gar nicht dem Klischee des erfolgreichen Handwerkers. Koch und Energieanlagenelektroniker war er schon, bevor er als Tischlergeselle 1993 seinen Betrieb gründete. „Zunächst als Montagebetrieb und ohne Meisterbrief, auf einem alten Bauernhof.“ Den Bauernhof hat Gießelbach längst gegen eine hochmoderne Fertigungsstätte mit integrierter neuer Fünfachs-Anlage getauscht. Mittlerweile ist Gießelbach spezialisiert auf Kompletteinrichtungen und die Zulieferung für große Ladenbauer.

„Neukunden nehmen wir seit gut vier Jahren nicht mehr an. Macht keinen Sinn. Von zehn Angeboten bekomme ich bei Neukunden zwei Aufträge. Aus zehn Angeboten bei Bestandskunden werden acht Aufträge“, beschreibt der Super-Mario aus Hennef seine Auftragslage und Kundenstruktur. Den Meisterbrief hat der Chef von zwei Meistern, sechs Gesellen und drei Azubis noch heute nicht. „Brauch ich auch nicht mehr. Ich feg noch den Hof und schaue, ob die Autos vollgetankt sind“, grinst er.

Wir glauben dem spitzbübischen Unternehmer dieses Mal kein Wort und folgen ihm in die Werkstatt. „Wir haben vor Jahren mit einer Dreiachs-Maschine begonnen. Die ist jetzt in die Jahre gekommen, eine Neuinvestition stand an. Wir wollen vorne mitspielen, da muss man in die Zukunft investieren und nicht in den Stand von heute. Und in der Beratung durch meinen Maschinenhändler Kaul kamen wir irgendwann beim Fünfachser an.“ Bei einem neuen Dreiachser, erklärt er, wäre sofort aufgefallen, was er alles nicht kann. Bei der neuen Maschine sind er und vor allem sein Team überrascht, wie vielseitig die Möglichkeiten sind. „Die Maschine hat sich fast mit dem Aufstellen schon bezahlt gemacht. Wir hatten sofort neue Möglichkeiten, die wir unseren Kunden auch aktiv anbieten.“

Von Beginn an wird die Venture 115 L hart rangenommen: „Die CNC muss laufen, am besten im Zwei-Schicht-Betrieb. Daher sind auch alle, inklusive der Lehrlinge, auf der HOMAG geschult worden. Das darf kein Geheimwissen sein.“

Die jungen Wilden

Vom Rhein-Sieg-Kreis geht es rheinabwärts ins nahe Düsseldorf. Doch beim Tischler Team tauchen wir in eine neue Welt ein. Eine deutlich jüngere, denn die beiden Chefs Tobias Hück und Dennis Prause sind 28 und 33 Jahre jung. Vor der Tür parken kernige Offroader, im Innern empfängt uns cleanes Weiß und das breite Strahlen der Jung-Unternehmer.

Unerfahrene Küken mit einer viel zu teuren CNC, die ja der Grund unseres Besuchs ist, sind die beiden allerdings keineswegs. „Gegründet haben wir uns 2012. Wir arbeiten aber schon seit gut neun Jahren gemeinsam.“ Team ist Trumpf, hier in der Düsseldorfer Innenstadt. „Gestartet sind wir zu fünft, jetzt sind noch wir beiden als Meister und zwei Mitstreiter als Gesellen dabei.“

Wer aber glaubt, dass das Tischler Team eine wilde Holz-Kommune ist, täuscht sich gewaltig. „Von Beginn an haben wir Wert auf eine vernünftige Außendarstellung gelegt, mit ausgeklügeltem Logo und extrem kundenfokussiert.“ Die Mischung aus lockerer Ansprache, pfiffigem Unternehmertum und handwerklich solidem Können kommt an. „Unsere Kunden sind zu gut zwei Dritteln privat.“

„Unser Ziel ist es, immer gleichzeitig besser, aber auch durchdachter und effizienter zu werden“, beschreibt Tobias Hück die unternehmerische Philosophie der Großstadt-Tischler. Drei Jahre gingen die Chefs von neun Mitarbeitern mit dem Gedanken an eine CNC schwanger, bis sie sich im Dezember letzten Jahres an die Investition trauten. Nicht zuletzt durch die Beratung ihres Maschinenlieferanten Kaul, der die jungen Düsseldorfer von Beginn an mit Rat und Tat begleitete. Mit ihrem neuen Mitarbeiter Holger Hölzing, der zuvor bereits acht Jahre CNC-Erfahrung auf dem Buckel hatte, fiel die Entscheidung dann leicht. „Holger ist für uns wie die sechste Achse an der CNC. Bedienen können wir das Schätzchen aber mittlerweile eigentlich alle.“

Die Venture 115 wurde es zum einen, weil die Platzverhältnisse in der Düsseldorfer Werkstatt beengt sind. Da ist nicht viel Platz für große Absperrungen oder Trittmatten. Der Platz, der durch die CNC gespart wird, kann sinnvoller genutzt werden. Überzeugt hat aber vor allem ein Argument: „Mit dem Fünfachser decken wir die Technik der nächsten Jahre ab. Die Anforderungen ändern sich ständig – und damit können wir flexibel reagieren. Eine Investition in eine Vierachs-CNC, die man dann über die Jahre mit zusätzlichen Aggregaten ausstatten muss, wäre in der Summe deutlich teurer gewesen.“ Natürlich wurde die Anschaffung mit einer standesgemäßen Party begleitet! „Seitdem arbeitet die CNC dauernd. Unsere Auftragsbücher sind voll, die können wir jetzt aber deutlich schneller abarbeiten.“

Der Neu-Entdecker

Vom schnieken Düsseldorf führt die Reise unserer Venture-115-Expedition ins kleinstädtische Grefrath. Und zwar zur Werkstatt von Guido Krahmer- Moellenberg. Anbau, Umbau, Neubau – der Betrieb ist im Wachstum, das sieht man auch an den offensichtlich engen Platzverhältnissen, die immer wieder an die wachsenden Bedürfnisse des einst als Bauelementehandel gegründeten Unternehmens angepasst werden.

2004 startete Krahmer-Moellenberg seine selbstständige Karriere, nachdem er davor drei Jahre Geschäftsführer einer Tischlerei im nahen Düsseldorf war. „Ich habe zunächst mit Standardmaschinen begonnen, meinen Maschinenpark langsam aufgebaut“, erklärt der Chef von acht Mitarbeitern. Von Beginn an war der bekannte Maschinenhändler Kaul Begleiter des Betriebs. Kein Wunder, ist deren Firmenzentrale gerade mal 30 Minuten entfernt. Und der Handwerker ist sich der guten Beratung der Experten sicher.

Innenausbau, Trockenbau, Möbel und Türen – das Angebot der Grefrather ist umfangreich. „Wir sind ständig im nahen Düsseldorf im Einsatz, zwei bis vier meiner Mitarbeiter sind täglich dort“, beschreibt Meister Krahmer-Moellenberg seinen Wirkungskreis. Krankenhäuser werden von den Grefrathern nur selten im Krankheitsfall, sondern meist zur Kundenbetreuung aufgesucht. Ein lohnendes Geschäft, das Guido Krahmer-Moellenberg dank seines neuen Schätzchens, der HOMAG Venture 115 L, weiter ausbauen will. „Für diese Spezialmöbel ist die neue Fünfachser optimal. Größere Teile, schnellere Prozesse, exakteres Arbeiten – wir sind mit der CNC einfach viel  eistungsstärker“, erklärt der Unternehmer.

Im Dezember ist die CNC in die Werkstatt geflutscht. Viel enger kann es um die Venture nicht werden, selbst nach oben mussten Speziallösungen für die Absaugung her. Neben den Leistungsdaten war der Sicherheitsbumper eines der Kriterien für die Anschaffung. „Die Maschine kann natürlich viel mehr als wir selbst“, beschreibt Krahmer-Moellenberg seine ersten Eindrücke. „Aber unsere Erfahrung ist, dass wir ganz schnell merken würden, was eine CNC nicht kann. Und genau das wollen dann die Kunden haben. Mit der Venture 115 L sind wir zukunftssicher aufgestellt.“ Anders als bei seinen Kollegen haben nicht alle Mitarbeiter Zugang zum computergesteuerten Helfer. „Mein Meister und ich bedienen die HOMAG. Der Bediener hat doch ein Stück mehr Verantwortung; da suche ich die passenden Kollegen aus.“ Und auch die Auslastung unterscheidet sich deutlich: „Ein- bis zweimal die Woche läuft die CNC momentan. Aber da wollen wir noch einen Zahn zulegen.“

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