08.03.2017   |   Schweiz

3-mal schneller im Zuschnitt – mit halb so viel Personal

In der Möbelindustrie sind Säge-Lager-Kombinationen längst Standard. Auch Schreiner- und Zu­schnittbetriebe setzen vielfach schon auf solche Konzepte. Im Holzbau finden sie sich dagegen bislang kaum. Zu den Pionieren gehört hier die Holzbau Erni AG in Schongau. Inhaber und Geschäftsführer Peter Henggeler spricht über seine Investitionsgründe und die Erfahrungen mit der neuen Anlage.

Herr Henggeler, aus welchen Gründen haben Sie sich für eine Säge-Lager-Kombination entschieden?

Wir wollen weiter wachsen und uns insbesondere als Partner für den Neubau von Mehrfamilienhäusern stärker positionieren. Das geht nur mit entsprechender Kapazi­tät und hoher Reaktionsfähigkeit in der Produktion. Ein Bremsklotz waren dabei die personal- und zeitintensiven Prozesse im Zuschnitt. Wir suchten deshalb nach Optimierungsmöglichkeiten und waren schnell überzeugt, dass sich die Abläufe mit einer Säge-Lager-Kombination sehr effizient und einfach verbessern lassen – und zwar vom Bestellwesen über die Lagerhaltung und Optimierung im Büro bis zum eigentlichen Zuschnitt und zur Resteverwaltung. Überall versprach das Konzept enorme Vorteile, insbesondere beim Handlingsaufwand.

Ihr Betrieb arbeitet nun seit gut drei Monaten mit der Anlage und hat bereits mehr als 7 000 m2 Platten­material zugeschnitten. Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Definitiv ja! Wir sind heute im Zuschnitt sicher dreimal schneller als vorher und benötigen dafür bei mindestens gleich hoher Qualität nur noch die Hälfte der Mitarbeiter. So haben wir für unsere Wachstumspläne nun auch personell die dringend benötigten Kapazitäten.

Welche weiteren Vorteile sehen Sie?

Durch den vollautomatischen Plattentransport ist die körperliche Belastung für die Mitarbeiter massiv gesunken. Zudem haben wir jetzt jederzeit einen exakten Überblick über unsere Lagerbestände und profitieren von insgesamt strukturierteren Abläufen – sowohl in der Arbeitsvorbereitung als auch beim Abstapeln und an den weiteren Stationen, da alle Teile an der Säge automatisch gekennzeichnet werden. Auch sämtliche Reste werden erfasst und automatisch zurück ins Lager transportiert. Das System ist so gut, dass wir inzwischen sogar den Zuschnitt für andere Betriebe übernehmen.

Ihre Anlage besteht aus einer leistungs­starken HOMAG HPP 500 ohne zusätzliche Bearbeitungstech­nologien und dem Flächenlager
TLF 411 von HOMAG.
Wieso haben ­Sie sich für diese Kombination entschieden?

Das Lager hat mit 25 Metern Länge und 8 Metern Breite in etwa den gleichen Flächenbedarf wie unser bisheriges Hochregallager. Da Fahrwege für den Stapler komplett entfallen, können wir hier jetzt bis zu 180 m3 Plattenmaterial in chaotischen Stapeln lagern. Das softwaregesteuerte Einzelplattenhandling per Greifarm ist hoch effizient, funktioniert reibungslos und immer parallel zum Zuschnitt. Unsere anfänglichen Zweifel gegenüber dieser Technologie waren daher schnell verflogen.

Bei der Säge haben wir uns bewusst für ein schnelles, hochpräzise arbeitendes Modell ohne grössere Extras entschieden. Denn wir wissen aus Erfahrung: Je mehr eine ­Maschine kann, desto komplizierter wird die Bedienung und Datenerstellung. Außerdem steigen die Investitionskosten im Vergleich zum Nutzen überproportional. Unsere Anforderung lautete daher: Es reicht, wenn die Säge 80 Prozent aller üblichen Zuschnittarbeiten vollautomatisch erledigen kann. Die HPP 500 kann weitaus mehr. Ausgestattet mit einem Richtlaser, erledigt sie heute in einem Durchgang sogar Arbeiten, für die wir früher an drei Stationärmaschinen den ganzen Tag benötigt haben – zum Beispiel Gesimse und Nuten oder Schrägschnitte für Lukarnen.

Säge-Lager-Kombinationen gibt es auch von anderen Anbietern. Aus welchen Gründen haben Sie sich für eine Lösung von HOMAG entschieden?

Die HOMAG hat einen sehr guten Ruf im Markt, das schafft Vertrauen. Der entscheidende Punkt war für uns aber, dass wir hier die gesamte Lösung aus einer Hand bekommen konnten – Säge, Lager und sämtliche Software sind von Haus aus aufeinander abgestimmt. Das ist bei einer Anlage mit vielen Schnittstellen aus unserer Sicht zwingend erforderlich. Ausserdem hat HOMAG schon diverse Säge-Lager-Kombinationen umgesetzt. Das Know-how ist da, die Systeme sind ausgereift und mit der HOMAG (Schweiz) AG haben wir einen Ansprechpartner vor Ort, der uns von der Beratung über die Planung und Inbetriebnahme bis hin zu Schulungen und laufen­dem Service kompetent begleitet.

Stichwort „Software“: Wie beurteilen Ihre Mitarbeiter die Lagerverwaltung über woodStore und die Optimierungssoftware Schnitt Profi(t)?

Das Feedback ist sehr positiv. Hardware­seitig schätzen unsere Mitarbeiter besonders die Ergonomie und die klar strukturierten Abläufe. Und für diese ist die Software entscheidend. Alle Schnittpläne werden fertig optimiert vom Büro direkt an die Maschine gesendet. Das beschleunigt die Produktion und senkt die Fehlerquote. Auch die AVOR läuft perfekt. Ein Mitarbeiter legt die Produktionsreihenfolge fest, alle anderen erstellen Schnittpläne. Sehr positiv haben uns dabei das Tempo und die Einfachheit überrascht, mit denen aus CAD-Daten prozessoptimierte Schnittpläne entstehen. Die Lagerverwaltungssoftware ist ebenfalls einfach zu bedienen.

Wir haben damit alle Materialbestände im Blick und konnten das Bestellwesen komplett automatisieren. Nur die Steuerung des ­Lagersystems hat am Anfang so seine Kniffe. Hier muss man Erfahrungen sammeln und verschiedene Einstellungen ausprobieren, bis die Abläufe den eigenen Bedürfnissen entsprechen. Das ist aber normal.

Würden Sie als Holzbauer mit dem Wissen von heute wieder in eine Säge-Lager-Kombination investieren?

Unbedingt! Das Konzept hat sich bewährt. Ohne Säge-Lager-Kombination wir würden heute nicht mehr arbeiten wollen. Der Nutzen ist so gross, dass es mich erstaunt, dass nicht mehr Holzbauer auf diese ­Technik aufspringen.

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