18.07.2019   |   Klang   |   Malaysia

Handelskrieg forciert "Design to Cost"

Aha-Effekte bei der Umsetzung einer Design to Cost Betrachtung von Produkten

Ein Artikel des Fachmagazins HK, Ausgabe 3/2019. Hier lesen Sie das HK Magazin online.

Aufgrund des Zollkonflikts zwischen China und den USA geraten chinesische Möbelproduzenten zunehmend unter Druck. Durch die Importzölle der Vereinigten Staaten auf deren Produkte stehen Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität auf dem Spiel. Die Folge: Viele Aufträge werden nach Südostasien outgesourct, was die dortigen Unternehmen ebenfalls in Bedrängnis bringt. In dieser Spirale befindet sich auch der malaysische Büromöbelhersteller Versalink. Mit der "Design to Cost"-Methode von SCHULER Consulting schaffte es der Anbieter, bestehende Kalkulationsmodelle zu optimieren.

"Cost Engineering" als Basis für den "Design to Cost"-Prozess wurde bisher in der Holz- und Möbelbranche noch nicht umfassend angewandt, da es brachenspezifische Prozesskentnis, inklusive den dort durchgeführten Produktionsprozessen, essenziell. Nur so ist es möglich, tief in die Produktionsprozesse der Unternehmen einzutauchen, diese zu verstehen und im Bedarfsfall sogar in weiteren Schritten zu optimieren. Gerade wenn die Datenqualität und Transparenz von Prozessparametern in Unternehmen nicht gesichert oder vorhanden sind, müssen diese entsprechend aufgearbeitet werden, sodass eine anschließende Zuordnung der Kosten und die volle Kostentransparenz des Produkts möglich werden. Versalink und SCHULER Consulting blicken auf eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit zurück. In der Vergangenheit wurden gemeinsam bereits viele unterschiedliche Projkete hinsichtlich der Produktion- und IT-Entwicklung vorangetrieben. Mit dem Prozesswissen aus den vergangenen Projekten war es keine große Herausforderung, in dem Workshop sofort in die "Design to Cost"-Thematik einzusteigen. Involviert in das Projekt waren zwei Versalink-Mitarbeiter aus der Controlling-Abteilung und dem Vertrieb sowie abschnittsweise die Verantwortlichen der unterschiedlichen Produktionsbereiche. Die Berechnung der Produkt-Einzelkosten-Kalkulation an sich wurde durch die "SCHULER-Design-2-Cost"-Software unterstützt.

Für den Workshop wurden zwei Möbel aus einer aktuellen Ausschreibung für die Analyse herangezogen. Hierbei handelt es sich auch um ein chinesisches "Outsourcing-Projekt". Bei der Auswahl der Möbel wurde darauf geachtet, dass ein Serien- und ein kundenindividuelles Möbelstück betrachtet wurden. Bei dem Serienprodukt handelt es sich um einen Bürotisch aus Plattenmaterial der durch seine schlichte Erscheinungsform besticht. Der Tisch besteht aus vier großen Plattenkomponenten, die mit Hilfe von Dübeln und Exzenterverbindungen verbunden sind. Das kundenindividuelle Möbel war eine Kombination aus Stahluntergestell und einer Tischplatte aus Holzwerkstoff. Das Stahluntergestell ist in Form einer Steckkonstruktion konzipiert, wodurch die horizontalen Traversen kundenindividuell auf Maß angepasst werden können und daraus schlussfolgernd auch die Tischplatten kundenindividuell gefertigt werden.

Zu Beginn der "Design to Cost"-Analyse wurden die Stücklisten der Möbel mit allen selbst produzierten und zugekauften Artikeln aufgelistet und in ein standardisiertes Kostenschema übertragen. Zuvor wurde jedoch ein kurzer Exkurs zum Thema Kostenkalkulation durchgeführt. Dabei sind grundlegende Themen der Kostenkalkulation an sich und das Kostenmodell der eingesetzten Software-Lösung erklärt worden. Hierbei wurden in einem Zug direkt die firmenspezifischen Preise für Material und Zukaufteile hinterlegt. Die Abläufe und Prozesszeiten sind mit Einbeziehung der produktionsverantwortlichen im Anschluss ermittelt und den einzelnen Prozessschritten zugeordnet worden. Bei der Kalkulation der Materialkosten wurden sowohl die Mitarbeiter mit ihren unterschiedlichen Funktionen und Gehaltsklassen den Bearbeitungsprozessen zugewiesen als auch die Maschinen und Anlagen mit ihren Rüstzeiten un dder geplanten Losgröße korrekt den jeweiligen Herstellungsprozessen zugeordnet.

Im Laufe der Kalkulation wurde durch die detaillierte Kostenzuordnung sehr schnell transparent, dass Produkte mti einem hohen Holzwerkstoffanteil deutlich teurer waren als zum Beispiel Bürotische mit Metallfüßen. Der Grund dafür war, dass Versalink eine in der Vergangenheit falsche Kostenzuordnung des Gemeinkosten- und Mitarbeiteranteils auf die Plattenmöbel vorgenommen und somit die Produkte mit Metallbauteilen unwillentlich subventioniert hatte.

Das Projektteam machte sich sofort daran, dieses Umlageschema zu überarbeiten und den Produktionsprozess kostenseitig zu optimieren, um die Selbstkosten positiv zu beeinflussen. Durch die neue Betrachtung und die Prozessoptimierung konnten nun die angefragten Massenmöbel für China deutlich günstiger angeboten werden als dies zuvor über die ungenaue Umschlags-Mischkalkulation kalkuliert worden war. So wurde es durch eine transparente Kostenbetrachtung und Prozessoptimierung des Produkts möglich, den erwarteten geringeren Verkaufspreis von 25 Prozent ohne Reduktion der Gewinnmarge zu realisieren.

Über die Realisierung des Verkaufspreises bei gleichbleibender Marge hat dieses Projekt zu einem besseren Verständnis der eigentlichen Kostenzuordnung bei Versalink geführt, woraufhin man die Produktkostentransparenz deutlich erhöhen konnte. Durch diese Erkenntnis ist es dem Controlling und Vertrieb nun möglich, Kosten entstehungsgerecht zuzuordnen und weitere Anreize zur Kosteneinsparung zu setzen sowie Verkaufspreise auf Validität zu prüfen.

Speziell der Ansatz, Möbelfunktionen kostengünstiger abzubilden und den Produktionsprozess optimal zu simulieren, wird zu weiteren "Design to Cost"-Projekten bei Versalink führen. Auftraggeber wird somit auch künftig zu kostenoptimierten Möbelexporten aus Kuala Lumpur beitragen.

Zurück zur Übersicht

Mehr Informationen

versalink.com

Sie haben Fragen?
Wir sind für Sie da!

Stiles Machinery, Inc.

+1 616 698 75 00 info[at]stilesmachinery.com Kontaktformular