17.03.2016

Auf der Überholspur – polnischer Fertighaushersteller startet durch

Danwood bietet seinen Kunden ein umfangreiches, modernes Hausprogramm. Durch die automatisierte Herstellung von Wand-, Boden- und Dachelemente bietet das Unternehmen seine Produkte zu fairen Verbraucherpreisen an.

Wir sprachen mit Herrn Antoni Zin, Produktionsleiter des größten Fertighausherstellers in Polen, welcher unter den beiden Marken DAN-WOOD und DAN-WOOD Family höchst erfolgreich online-konfigurierbare Fertighäuser produziert und vertreibt.

Performance: DAN-WOOD und WEINMANN stehen nun seit einem knappen Jahrzehnt in einem ausgesprochen partnerschaftlichen Geschäftsverhältnis. Ihr Unternehmen ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, beschäftigt aktuell 1100 Mitarbeiter und hat sich zu einem der größten Fertighaushersteller Europas entwickelt. Welche Faktoren haben zu dieser Entwicklung geführt?

Antoni Zin: Zunächst einmal war (bzw. ist) der deutsche Fertighausmarkt sehr wichtig für uns. Rund 80% der 6.000 von uns zwischen 1997 und 2015 größtenteils schlüsselfertig produzierten Häuser wurden in Deutschland verkauft, montiert und ausgebaut.

Automatisierte Montagelinie für Wand-, Boden- und Dachelemente

Seit der Umstellung auf modernste, computergesteuerte Produktionsanlagen im Jahre 2006 bieten wir unseren Kunden ein umfangreiches, modernes Hausprogramm. Durch den hohen Vorfertigungsgrad unserer Elementfertigungsanlagen sind wir in der Lage, unsere Lohnkosten verhältnismäßig niedrig zu halten, sodass wir unsere Produkte zu fairen Verbraucherpreisen verkaufen können. Die Vermarktung der Häuser liegt übrigens in den Händen lokaler Vertriebspartner. Hier spielt die zeitgemäße und effiziente Kommunikation mit den Interessenten via Internet eine wichtige Rolle. Weiterhin betreiben wir eine transparente Preispolitik, die eine klare und verlässliche Kalkulation der Baukosten ermöglicht. Der wichtigste Faktor unserer Erfolgsgeschichte stellt jedoch die hohe Verarbeitungsqualität aller in den Häusern verbauten Komponenten dar.

Performance: Im Jahr 2006 investierten Sie erstmals in eine WEINMANN Anlage. In den darauffolgenden Jahren wurde diese nach und nach erweitert. Was hat Sie zu dieser Entscheidung bewegt?

Antoni Zin: Als der Markt im Jahr 2011 wieder die Stärke erlangt hatte wie vor der Wirtschaftskrise, mussten wir schnell reagieren. Ohne eine neue Montagelinie wäre es nicht möglich gewesen, unseren Produktionsumfang zu steigern und gleichzeitig das erforderliche Qualitätsniveau zu halten. Haben wir in den schwierigen Jahren 2007 bis 2010 noch rund 300 Häuser pro Jahr produziert, so waren es in 2011 schon über 500 Stück und bei einer kontinuierlichen jährlichen Steigerung um bis zu 100 Häusern haben wir 2015 unsere bisherige Rekordmarke von 850 Häusern erreicht. 

Performance: Inwieweit hat sich Ihr Fertigungsablauf durch die Investition in moderne Maschinentechnologie verändert? Gibt es Unterschiede hinsichtlich der Qualität, wenn man die vorherige Produktionsweise mit der heutigen CNC-Fertigung vergleicht?

Antoni Zin: Die Automatisierung von Planung und Produktion hat nicht nur die Auftragsüberwachung, sondern auch Fertigungsabläufe mit allen damit verbundenen Arbeitsschritten erheblich vereinfacht. Wir konnten ein gut funktionierendes Qualitäts-Kontroll-System aufbauen und vor allem gestaltet sich das Materialhandling wesentlich flüssiger. Hier einmal ein Vergleich: Während die Produktivität in Punkto Verhältnismäßigkeit von Vorgabezeit zum tatsächlichen Arbeitszeitaufwand im Jahre 2008 noch 82,5% betrug, lag der Vergleichswert in 2015 zwischen 102% und 108%. Ich glaube, diese Zahlen sprechen für sich…

Performance: Wie gestaltet sich Ihre Produktion?

Antoni Zin: Unsere Produktion umfasst zwei WEINMANN Fertigungslinien, mit denen wir Wandelemente für das Erdgeschoss, Wandelemente für den ersten Stock, Bodenelemente sowie Dächer produzieren. Beide Anlagen verfügen über jeweils eine Multifunktionsbrücke für die Innenseite der Elemente sowie eine Multifunktionsbrücke für deren Außenseite. Bei der ersten Linie erfolgt die Riegelwerkserstellung mittels einer automatischen Riegelwerkstation, bei der zweiten kommt ein flexibler, manueller Einlegetisch zum Einsatz. Beide Fertigungslinien sind mit umfangreicher Logistik- und Lagertechnik versehen um die Elemente in der Vertikalen fertigzustellen, sie zu lagern, zu kommissionieren und zu verladen.

Jede Anlage befindet sich übrigens in einer eigenen Produktionshalle und verfügt, wo erforderlich, über einen eigens eingerichteten Versand-Bereich. Und jeder dieser Produktionsbereiche wird von einem eigenen Meister oder Maschinenbediener überwacht. Der Fertigungsablauf beginnt in der Arbeitsvorbereitung mit der Ausführungsplanung; hierzu gehört auch die Datenvorbereitung für die Maschinen. Als nächstes wird im Produktionsbereich das Bauholz kommissioniert, gefolgt vom Zuschnitt von Balken und Platten. Anschließend erfolgen die Montage der Elemente, deren Ausbau- und Veredelung und schließlich die Verladung der fertigen Werkstücke auf Lastwagen. Die Fertigungsaufträge werden mittels eines zentralen Computersystems auf verschiedene Arbeitsplätze und Montagestationen verteilt. Das System sammelt außerdem Produktionsausgangsdaten sowie Arbeitsinformationen für weitere Planungszwecke.

Performance: Haben Sie durch den Einsatz der Anlagen Vorteile gegenüber Ihren Wettbewerbern?

Antoni Zin: Der Vorteil aus dem erhöhten Vorfertigungsgrad manifestiert sich zunächst einmal klar durch die wesentlich effizientere Planung und Durchführung von Produktionsabläufen. Darüber hinaus sind Energie- und Materialbedarf um ca. 1 % zurückgegangen, während die Qualität und Passgenauigkeit der produzierten Hauselemente beträchtlich verbessert wurde. Und ganz wichtig: Wir sind zu jeder Zeit in der Lage, unseren Produktionsumfang zu steigern, flexibel auf die steigende Nachfrage und auf Trends hinsichtlich Bauweise und Größe von Fertighäusern zu reagieren. Dies alles bei einer permanenten Verringerung der Kosten pro Einheit. All diese Vorzüge ziehen weiteren Nutzen nach sich: Beispielsweise fließt ein Teil der eingesparten Kosten in unsere Produktentwicklung sowie in Marketing-Optimierungsmaßnahmen ein.

Performance: Wie sehen Sie die Entwicklung des polnischen Fertighausbaus? Welche Rolle spielt der europäische Markt? Wo liegen Ihre Kernmärkte?

Antoni Zin: Der Polnische Markt folgt rasch den europäischen Trends. Es gibt zahlreiche kleine und mittelgroße Firmen, die Holzrahmenbau mit offenen und geschlossenen Elementen sowie Blockhäuser anbieten. Viele Hersteller bieten ihre Häuser in unterschiedlichen Energiestandards, einschließlich Passivhausstandard, an. Firmen, die sich ihre Nische in dem Markt ergattern wollen, experimentieren mit verschiedenen Isolationsmaterialien um den Häusern die beste Energieeffizienz zu bescheren. Nach wie vor ist der deutsche Markt unser Kernmarkt. Einerseits möchten wir unsere Marktposition in Deutschland festigen – es gibt bestimmt noch viele Dinge, die wir verbessern können, die vielleicht schneller oder wirtschaftlicher umgesetzt werden können, was schlussendlich zum Verkauf von mehr Häusern führt. Andererseits streben wir an, allen Märkten, auf denen wir präsent sind, gerecht zu werden, Ausgleiche zu schaffen. Wir wollen beispielsweise von den neuen, staatlich geförderten Bau-Programmen in England und Polen profitieren und in diesen Ländern deutlich mehr Absatz erzielen.

Performance: Herr Zin, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Quelle/ Bildrechte:

Danwood S.A., Polen

 

 

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