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„Wer Trends setzen will, muss auf seine Kunden hören“

Interview mit Martin Kress und Darko Zimbakov über die neue Baureihe 5 auf dem HOLZMA Treff 2014

„Wir setzen die Trends“ lautete das Motto zum HOLZMA Treff 2014. Vom 23. bis 26. September überzeugten sich davon wieder zahlreiche HOLZMA Kunden, Interessenten und Geschäftspartner aus aller Welt. Zu sehen waren Neuerungen wie beispielsweise die HPP 300 multiTec zum Sägen, Bohren und Fräsen oder das innovative HOLZMA Abstapelkonzept. Highlight der diesjährigen Hausmesse war jedoch die neue Baureihe 5. HOLZMA Product Manager Martin Kress und Entwicklungsleiter Darko Zimbakov beantworten Fragen rund um den Relaunch der HOLZMA Hochleistungsbaureihe.

 

Die neue Baureihe 5 will mit einer verbesserten Absaugung neue Maßstäbe setzen. Warum ist dieses Thema so wichtig?

Martin Kress: Die Anforderungen der Kunden sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Denn neben dem Emissionsschutz geht es um die nüchterne Frage der Effizienz. Weniger Staub beim Sägen reduziert den Aufwand für unproduktive Arbeiten wie das Reinigen der Maschinen und geschnittenen Teile. Gerade in der Industrie, wo unsere Sägen der Baureihe 5 vor allem zum Einsatz kommen, ist das von besonderer Bedeutung. Hier werden an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr riesige Plattenpakete geschnitten. Dabei entsteht zwangsläufig viel Staub. Setzt der sich zum Beispiel in den Schaltschränken ab, könnte er die Elektronik lahmlegen. Die Folge wären teure Produktionsunterbrechungen durch Maschinenstillstände. Angesichts der zunehmend verketteten Systeme in der Industrie ist die Absaugung für unsere Kunden deshalb also ein enorm wichtiges Thema – und nimmt an Bedeutung zu. 

Wie haben Sie die Absaugleistung konkret verbessert?

Darko Zimbakov: Durch ein ganzes Bündel verschiedener Maßnahmen. Dazu muss man wissen, dass die Absaugung bei einer Druckbalkensäge ein sehr komplexes Gesamtsystem ist, bei dem es auf das Zusammenspiel vieler Komponenten ankommt. Anders als bei vielen anderen Herstellern werden die Späne bei uns zum Beispiel nicht nur über den Sägewagen und den Druckbalken erfasst, sondern auch am Winkellineal – also dort, wo sie in der Regel entstehen. Zusätzlich haben wir die Absaugung zum Beispiel durch beidseitige Staubschutzvorhänge am Druckbalken verbessert. Diese dichten den Zerspanungsbereich ab und bilden einen idealen Strömungskanal. 

Der meiste Staub fällt doch an, wenn ein Plattenpaket mittig geschnitten wird, also nicht am Winkellineal. Wie haben Sie dieses Problem gemeistert?

Darko Zimbakov: Mit der neuentwickelten dustEx Technologie. Dabei transportieren Spezialdüsen auf dem Maschinentisch allen Staub und Späne gezielt Richtung Winkellineal, wo sie erfasst und abgesaugt werden.

Martin Kress: dustEx ist ein Musterbeispiel dafür, wie wir die Trends in der Plattenaufteiltechnik setzen. Die Technologie gibt es seit etwa einem Jahr für die Baureihe 3 und inzwischen auch für die Baureihe 4. Wir haben unsere Kunden gefragt, wie zufrieden sie mit dustEx sind und ob sie Verbesserungsvorschläge haben. Die Resonanz fiel sehr positiv aus. Kunden bestätigen den großen Nutzen dieser Technologie, die mit geringem konstruktivem Aufwand und ohne große mechanische Veränderungen hervorragende Ergebnisse erzielt. Deshalb war es nur konsequent, dustEx auch für die neue Baureihe 5 anzubieten. 

Vieles an der Maschine bleibt weitgehend unverändert. Warum haben Sie hier für den Relaunch nichts verändert?

Martin Kress: Das mussten wir nicht, weil sich alles bestens bewährt hat. Wir wissen aus regelmäßigen Befragungen sehr genau, was sich unsere Kunden wünschen – und das ist für uns der Maßstab in der Entwicklung. Innovation um der Innovation willen gibt es bei HOLZMA nicht. Wir glauben: Wer praxistaugliche Trends setzen will, muss auf seine Kunden hören! Genau das haben wir getan und die neue Baureihe 5 so optimiert, dass sie durch eine beispiellos hohe Maschinenverfügbarkeit überzeugt. 

Und der Schlüssel dazu war einzig und allein die Absaugung?

Darko Zimbakov: Die Absaugung ist ein zentraler Punkt, aber nicht der alleinige. Bleiben wir beim Staub: Wenn er in den Schaltschrank gelangt, ist das tödlich für die Elektronik. Deshalb prüfen unsere Sägen jetzt vor dem Start automatisch, ob die Schaltschranktür geschlossen ist. Wenn nicht, wird der Bediener darauf hingewiesen. Auch kam es zuletzt manchmal zu Stillständen, weil Teile in den Schnittspalt gefallen sind. Dies liegt an der zunehmend effizienteren Materialausbeute durch Verschnittoptimierung. Die Anschnitte werden immer kleiner. Wir haben den Sägewagen deshalb so umgestaltet, dass Kleinteile ihn und die Energiekette nicht mehr beschädigen können. 

Martin Kress: An dieser Stelle kommt die deutlich verbesserte Wartungs- und Servicefreundlichkeit der neuen Baureihe 5 zum Tragen. Auch sie dient dazu, die Maschinenverfügbarkeit weiter zu erhöhen und Stillstandzeiten auf ein Minimum zu reduzieren. Denn selbst wenn wir Beschädigungen durch den regulären Betrieb – wie eingangs beschrieben – weitgehend ausschließen können, müssen Verschleißkomponenten in kürzester Zeit ausgetauscht werden können. Bei verketteten Maschinen ist dies besonders wichtig. Durch konstruktive Veränderungen haben wir deshalb beispielsweise den Riemenwechsel deutlich vereinfacht. Auch sind bei der neuen Baureihe 5 nun alle Schmierstellen des Sägewagens an einem zentralen Ort untergebracht und sehr gut zugänglich.

Darko Zimbakov: Für mehr Langlebigkeit und geringeren Wartungsaufwand sorgen noch weitere Maßnahmen. So haben wir etwa die Druckbalkenführung geändert; sie erfolgt nicht mehr über Zylinder, sondern mithilfe von THK-Führungen. Diese sind wesentlich einfacher zu warten und laufen dauerhaft präzise. So wird die Säge noch verschleißunabhängiger. 

Darüber hinaus gilt jetzt auch für die Baureihe 5: Es gibt nur noch eine Grundmaschine, die der Kunde individuell ausstattet. Dies hat sich also bewährt?

Martin Kress: Definitiv ja, von der fokussierten HOLZMA Modellpalette waren die Kunden schon bei den Baureihen 3 und 4 begeistert. Der Vorteil ist eine größere Individualität und Flexibilität bei der Maschinenkonfiguration. Mit Blick auf die Sägenausstattung bekommen unsere Kunden heute genau das, was sie für ihre Produktion benötigen – nicht weniger, aber vor allem auch nicht mehr. Was auch immer der Kunde wünscht: das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Ob die neue Baureihe 5 mit ihrer verbesserten Absaugung und dem Plus an Wartungs- und Servicefreundlichkeit in der Praxis überzeugen kann, wird sich erst noch zeigen müssen. Sie sind zuversichtlich?

Martin Kress: Ich bin sogar sicher! Schließlich haben wir, wie bei jeder Neuerung, intensive Feldtests durchgeführt und alle Änderungen zusammen mit ausgewählten Kunden erarbeitet. So ist beispielsweise eine Säge der neuen Baureihe 5 schon seit Monaten bei einem Großkunden im Einsatz, der damit rund um die Uhr MDF-Platten schneidet – im Paket und mit vielen Kratzschnitten. Er hat den direkten Vergleich zu zwei Vorgängermodellen und stellt der neuen Baureihe 5 schon jetzt ein hervorragendes Zeugnis aus.

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