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Interview mit Pekka Paasivaara: Vom Mittelständler zum Weltkonzern

Die HOMAG Group befindet sich im größten Veränderungsprozess ihrer Unternehmensgeschichte: Nach der Mehrheitsübernahme durch die Dürr-Gruppe sind interne Umstrukturierungen angelaufen. Diese sollen den mittelständisch organisierten Weltmarktführer im Bereich holzbearbeitender Maschinen zu einem schlagkräftigen industriellen Weltkonzern machen. Die „möbelfertigung“ sprach darüber exklusiv mit dem Vorstandsvorsitzenden Pekka Paasivaara.

möbelfertigung: Herr Paasivaara, Sie sind seit dem 15. Juni Vorstandsvorsitzender der HOMAG Group AG – welche Erfahrungen haben Sie bislang in der holzbearbeitenden Industrie gemacht?
Pekka Paasivaara: Es ist auf jeden Fall eine sehr dynamische Branche. Allen voran die Möbelindustrie, die für viele Entwicklungen die treibende Kraft darstellt – auch für die HOMAG Group. Gerade im Moment passiert sehr viel: Rund um den Globus überlegen Möbelkunden, wie sie Produktionen effizienter gestalten können, und denken darüber nach, wie ihre Produktpalette morgen aussehen wird, weil der allgemeine Trend in Richtung flexibler Möbelgestaltung geht. Und wir sprechen hierbei nicht nur über die ganz großen Unternehmen. Auch kleinere Betriebe sind an Automatisierungslösungen interessiert.
In der HOMAG Group haben wir uns sehr frühzeitig auf diese Anforderung eingestellt. Wir werben gezielt damit, dass Unternehmen mit uns wachsen können, weil unsere Maschinen erweiterbar sind und wir Lösungen sowohl für den kleineren Handwerksbetrieb als auch für Industriekunden bieten. Insofern ist es ein hochinteressanter Industriezweig.

möbelfertigung: Gab es in Ihrem bisherigen Berufsleben Berührungspunkte mit der Holzbranche?
Pekka Paasivaara: Ich kannte sogar die HOMAG Group bereits: In meiner Zeit bei Mannesmann Indramat vor rund 15 Jahren haben wir Automatisierungstechnik an die HOMAG geliefert. Insofern war mir die Gruppe als Kunde, beispielsweise im Bereich der CNC-Bearbeitungszentren, bereits bekannt: Zu der Zeit kamen die Linearmotoren, Antriebe und Steuerungen von meinem damaligen Arbeitgeber.

möbelfertigung: Warum haben Sie sich konkret entschieden, die Position bei der HOMAG Group zu übernehmen?
Pekka Paasivaara:
Ich war zuletzt in Oslo tätig, da meine damalige Firma in Hamburg dorthin verkauft wurde – und dann kam eines Tages ein Anruf, ob ich mich noch an HOMAG erinnern könne. Das alles klang von Beginn an sehr interessant. Vor allem in Anbetracht der sehr stabilen Ausgangslage von HOMAG nach der Mehrheitsbeteiligung von Dürr und der Perspektive, wo die Gruppe in einigen Jahren stehen könnte. Und ich spreche hier nicht von einem kurzfristigen Erfolg in ein oder zwei Jahren. Es geht um eine langfristige Strategie, die von der besonders stabilen Basis ausgeht, die inzwischen gegeben ist.

möbelfertigung: Also hat Sie vor allem die Perspektive gereizt?
Pekka Paasivaara:
Die aussichtsreiche Perspektive und die Chance, die Transformation des Unternehmens aktiv mitzugestalten.

möbelfertigung: Was verstehen Sie konkret unter Transformation?
Pekka Paasivaara:
Die HOMAG Group ist unbestritten ein sehr erfolgreiches, weltweit agierendes Unternehmen und ist Technologie- und Marktführer. Und doch gleichen die Strukturen oft noch denen eines mittelständischen Unternehmens, das organisch gewachsen ist. Sehr deutsch und mit einer Ansammlung an Einzelunternehmen, die unter einem Dach zusammengefasst sind.
Um auch zukünftig an die Erfolge anknüpfen zu können, muss daraus jetzt ein industrieller, internationaler Technologiekonzern werden. In der Vergangenheit hat es vielleicht funktioniert, dass jedes Einzelunternehmen in der Gruppe relativ unabhängig allein agiert hat. Aber bei einem Umsatz für 2015 von voraussichtlich einer Milliarde Euro und rund 8.000 bis 9.000 Maschinen, die jährlich produziert werden, geht das nicht mehr.
Also müssen wir integrieren, um eine Gruppe zu erhalten, die noch effektiver arbeitet und auch nicht nur von Deutschland in die Welt hinausblickt, sondern tatsächlich in allen Regionen dieser Erde zu Hause ist. Mit allem, was dazugehört: Wertschöpfung, Engineering, Vertriebs- und Servicekompetenz.

möbelfertigung: Was natürlich kein Vorgang ist, der von heute auf morgen passiert …
Pekka Paasivaara:
Im Gegenteil, so etwas dauert. Darum ist ja die stabile Basis auch auf der Aktionärsseite so wichtig.

möbelfertigung: Kurz zusammengefasst, was sind die Vorteile, wenn diese Transformation abgeschlossen ist?
Pekka Paasivaara:
Wir bündeln damit unsere Kräfte und können am Markt noch stärker und agiler auftreten. Außerdem wird sich durch effizientere Prozesse die Kundenorientierung noch weiter erhöhen. Beispielsweise werden unsere Kunden einen persönlichen Ansprechpartner aus der HOMAG Group haben, der sie in Bezug auf alle Maschinen, die beim Kunden im Einsatz sind, betreut.
Gleichzeitig erreichen wir kürzere Reaktions- und schnellere Bearbeitungszeiten und damit eine noch individuellere und intensivere Beratung und Service.

möbelfertigung: Wie sahen Ihre ersten Monate aus?
Pekka Paasivaara:
Ich bin sehr viel unterwegs, lerne viele Menschen kennen und führe zahlreiche Gespräche. Meine Lernkurve geht definitiv steil nach oben. Ich war an allen Standorten, denn ein offener Dialog auf allen Ebenen ist sehr, sehr wichtig.
Wir benötigen zwar eine Hierarchie und Strukturen, um das Unternehmen sinnvoll zu führen, aber brauchen keine Hierarchie in der Kommunikation.
Ich bin sehr offen und freundlich aufgenommen worden. Das macht es mir sehr leicht, mich einzuarbeiten. Die Mitarbeiter sind sehr realistische Menschen und offen für Veränderungen.

möbelfertigung: Veränderungen schüren aber auch Existenzängste, weil Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze fürchten …
Pekka Paasivaara:
Auch das kommt vor und dem begegnen wir natürlich, denn das ist unbegründet. Die aktuell angestrebten Veränderungen betreffen viele Mitarbeiter, deshalb ist auch der ganz offene Dialog so wichtig. Ganz grundsätzlich kann ich nur sagen, dass die Mitarbeiter sehr positiv gestimmt sind und erkennen, dass die HOMAG Group auf diese Weise vorwärtskommt.

möbelfertigung: Gibt es hinsichtlich der Begleitung solcher Prozesse in Unternehmen Erfahrungen aus Ihrer beruflichen Vergangenheit?
Pekka Paasivaara:
Ja, bereits in den 90er-Jahren, bei ABB, habe ich große Umstrukturierungen im Unternehmen mitbegleitet. Ebenso später bei Mannesmann, das Unternehmen wurde damals verkauft. Der Bereich, für den ich zuständig war, ging an Bosch. Auch das war damals eine Transformation.
Bei meiner letzten großen Station, Germanischer Lloyd, war es ebenfalls nichts anderes. Aus einem von Hamburg aus geleiteten Unternehmen wurde eine international agierende Gruppe. Diese wertvollen Erfahrungen bringe ich in der HOMAG Group mit ein. Es ist beispielsweise wichtig, nicht alles auf einmal anzugehen, sondern in klar umrissenen Schritten.

möbelfertigung: Es hieß, dass Dürr mit Ihrem Einstieg in das Unternehmen die HOMAG-Integration abschließt. Ist der Schlussstrich tatsächlich schon gezogen?
Pekka Paasivaara:
Eine vollständige Integration in die Dürr-Gruppe war nie geplant. Sie würde auch keinen Sinn machen, da der Markt, die Produkte und die Kunden wirklich komplett unterschiedlich sind. Die Eigenständigkeit der HOMAG Group soll auf jeden Fall aufrechterhalten werden. Dürr macht hauptsächlich Geschäfte mit rund 50 Kunden in der Automobilindustrie, HOMAG hat 100.000 Kunden.
Dürr ist ein hoch professionelles Unternehmen und es gibt viele Bereiche, in denen HOMAG von Dürr profitieren kann, beispielsweise durch Prozesse, die sich bei Dürr schon bewährt haben und auch HOMAG voranbringen könnten. Es gab einiges, was gemeinsam umgesetzt wurde, wie beispielsweise Standards im Bereich der IT-Hardware oder etwa das Nutzen von Synergien beim Einkauf.

möbelfertigung: Wie sieht es im Vertrieb aus – dort sah man ebenfalls Synergien?
Pekka Paasivaara:
Es ist gut, dass Dürr und HOMAG in einigen Ländern unterschiedlich stark aufgestellt sind. Dadurch ergänzen wir uns und es können Erfahrungen ausgetauscht werden.

möbelfertigung: Wird es Veränderungen im Vertrieb geben?
Pekka Paasivaara:
Nur insofern, dass wir die bestehenden Organisationen weiterhin stärken wollen und noch mehr Kompetenz dorthin verlagern. Egal, ob es sich um ein Joint Venture handelt oder eine Vertriebsorganisation, wie beispielsweise Stiles Machinery, die komplett der HOMAG Group gehört. Was bedeutet, dass die Vertriebsniederlassungen noch eigenständiger werden.
In einigen Märkten haben wir uns bislang auf den Einstiegssektor konzentriert – auch dort soll es künftig Engineering-Know-how geben. Ebenso vorstellbar ist, dass ausländische Produktionsstandorte ausgebaut werden. Und nicht nur der Vertrieb wird ausgebaut, auch das Servicenetz.

möbelfertigung: Bei „One HOMAG“ erfolgt die Organisation des Unternehmens in neue Business-Units. Wie weit sind Sie aktuell?
Pekka Paasivaara:
Die Umorganisation werden wir zum Jahresende abgeschlossen haben. Im Tagesgeschäft, bei der Anpassung von Prozessen und Systemen, sowie bei der Regelung von Verantwortlichkeiten bei operativen Vorgängen muss natürlich noch einiges getan werden. Die Richtung stimmt aber.

möbelfertigung: Hat das Folgen für einzelne Standorte?
Pekka Paasivaara:
Wir werden den einen oder anderen Standort hinsichtlich einer bestimmten Thematik spezialisieren, indem dort verstärkt bestimmte Maschinentypen oder Technologien gefertigt werden.

möbelfertigung: Wo liegen Investitionsschwerpunkte, und was bedeutet dies für die deutschen Standorte?
Pekka Paasivaara:
In Nordamerika, in China und in Indien werden wir in unsere Produktionen investieren. Es macht einfach keinen Sinn, bei geringen Margen schwere Maschinen rund um den Globus zu schicken. Was aber nicht gleichbedeutend damit ist, dass wir in Deutschland die Produktion zurückfahren. Besonders was komplexe Anlagen betrifft, werden wir das Know-how auch künftig in Deutschland behalten.

möbelfertigung: Wie reagieren die Kunden auf die neuen Business-Units?
Pekka Paasivaara:
Ein Ziel der Neuorganisation ist es, künftig noch mehr als ein Unternehmen wahrgenommen zu werden. Außerdem werden wir darüber hinaus unsere Komplettlösungen noch besser aus einer Hand anbieten, sodass der Kunde auch nur einen Ansprechpartner hat. Ich habe mit vielen Kunden gesprochen – sie sehen durchaus, dass „One HOMAG“ die Zusammenarbeit erleichtern wird.

möbelfertigung: Speziell in Deutschland kam es dadurch zur Umstrukturierung der Servicegesellschaft …
Pekka Paasivaara:
Ganz genau. Spätestens zum ersten Februar 2016 soll die neue HOMAG Deutschland GmbH für alle Unternehmen der HOMAG Group den Vertrieb und Service bei Industriekunden in Deutschland übernehmen. Die abgestimmte Betreuung der Industrie aus einer Hand soll einfach noch besser werden. Auswirkungen auf das Händlernetz hat das aber nicht.

möbelfertigung: Zu den aktuellen Zahlen: Wie wird die HOMAG Group das Jahr 2015 abschließen?
Pekka Paasivaara:
Wir können wirklich zufrieden sein mit diesem Geschäftsjahr, wir werden voraussichtlich ein zweistelliges Umsatzwachstum und damit erstmals in der Unternehmensgeschichte mindestens die Umsatzmilliarde erzielen. Das war Anfang 2015 in dieser Form noch nicht konkret absehbar, darum haben wir unsere Prognose erst kürzlich nach dem Ergebnis der ersten drei Quartale erhöht.

möbelfertigung: Wirkt sich der hohe Auftragsbestand auf die Lieferzeiten aus?
Pekka Paasivaara:
Leider schon. Bei kleinen Maschinen ist das weniger unser Problem, aber bei größeren Anlagen hat sich durch den sehr hohen Auftragsbestand die Lieferzeit etwas verlängert. Es ist aber nicht dramatisch, und die entsprechenden Maßnahmen sind bereits eingeleitet.

möbelfertigung: Warum lief 2015 so erfolgreich?
Pekka Paasivaara:
Einfluss hatte sicherlich die „LIGNA“. Wobei die Messe eher langfristige Trends setzt, als dass sie kurzfristig einen großen Verkaufspeak herbeiführt. Zu unterschätzen ist die Leitmesse allerdings keineswegs. Bei uns sind es zudem einzelne Märkte, die sich gut entwickelt haben. Nordamerika wächst stark und auch in Asien sind wir gut unterwegs.

möbelfertigung: Welcher Markt enttäuscht?
Pekka Paasivaara:
Schwierig ist es nach wie vor in Russland: Wir haben dort sehr viele Interessenten, das hat sich auch jüngst auf den Hausmessen gezeigt. Aber nur wenige Projekte kommen zustande. Was für uns allerdings kein Grund ist, uns dort zurückzuziehen. Wir halten alle Kontakte, unsere Vertriebsmannschaft ist weiterhin vor Ort.

möbelfertigung: Wo sehen Sie Wachstumspotenzial im kommenden Jahr?
Pekka Paasivaara:
Der ganze Bereich Asien-Pazifik läuft gut, weil die Bautätigkeit dort enorm ist. Das wird sicherlich auch noch einige Zeit so bleiben. Speziell in China sehen wir Wachstumschancen.
Der Mittlere Osten könnte sich gut entwickeln, beispielsweise sehen wir Potenzial im Iran, wenn dort die Sanktionen gelockert werden. Auch in Nordamerika sehen wir Chancen, um weiter zu wachsen – vor allem, weil wir uns dort wirklich stark und flächendeckend mit vielen Regionalbüros über den ganzen Norden verteilt gut aufgestellt haben.

möbelfertigung: Sehen Sie auch Wachstumspotenzial bei bestimmten Produkten?
Pekka Paasivaara:
Eigentlich gibt es durch die Weiterentwicklung der Maschinen überall Potenzial. Da sticht keine Maschine heraus. Allerdings wird sich das Produktportfolio ein wenig verändern, und auch dadurch soll Wachstum entstehen. Wir wollen das Sortiment ein wenig entschlacken und den ein oder anderen „Exot“ ausmustern. Wir wollen uns auf das konzentrieren, was der Kunde wirklich braucht. Parallel dazu wollen wir die intelligenten Baukasten-Systeme weiter ausbauen, um individuellere Kundenlösungen anbieten und effizienter produzieren zu können.

möbelfertigung: Synergien zwischen Dürr und HOMAG im Bereich der Produkte – wie sieht es hier aus?
Pekka Paasivaara:
Natürlich schauen wir, ob es gemeinsame Wege gibt. Wobei sich Autolackieranlagen doch sehr von Holzlackierrobotern unterscheiden. Dennoch prüfen wir sorgfältig die Möglichkeiten, denn wir wollen vom Wissen der Autolackierer profitieren. Und einige Produkte lassen sich mit geringen Adaptionen auch sehr gut im Holzbereich einsetzen.

möbelfertigung: Wenn man sich die unterschiedlichen Business-Units der Dürr-Gruppe ansieht, dann fällt auf, dass das Ebit bei anderen deutlich höher ausfällt, die HOMAG Group im Verhältnis zudem viel mehr Mitarbeiter hat. Woran liegt das und hat dies langfristig Konsequenzen für die HOMAG Group?
Pekka Paasivaara:
Das hängt mit den völlig verschiedenen Branchen zusammen, zudem mit Wertschöpfungsprozessen und der Fertigungstiefe. Bei Dürr werden keine Maschinen in der Form gebaut, wie es bei der HOMAG Group der Fall ist. Bei den Lackieranlagen für die Automobilindustrie geht es beispielsweise eher um eine Systemintegration, Dürr arbeitet dort viel mit Zulieferern zusammen.
Bei HOMAG entsteht vieles inhouse – vom Maschinengestell bis zur Komponente. Mit weniger Zukaufprodukten. Insofern lassen sich diese Geschäftsmodelle schwer vergleichen und ebenso ihre Ergebnisse. Natürlich gibt es Optimierungsmöglichkeiten in der Fertigungstiefe der HOMAG Group, aber im Gesamtkontext wird es eher so bleiben wie bisher. Was das Ebit betrifft, hat HOMAG noch Potenzial nach oben.

möbelfertigung: Durch die Akquise der HOMAG Group hat Dürr die starke Abhängigkeit von der Automobilindustrie rapide reduziert – in welcher Hinsicht profitiert die Dürr-Gruppe außerdem?
Pekka Paasivaara:
Natürlich gibt es Know-how, welches Dürr übernehmen kann. Beispielsweise Systeme und Kompetenzen in verschiedenen Bereichen. Es existieren auch einzelne Technologien und Engineerings-Know-how, das interessant ist.

möbelfertigung: Im direkten Wettbewerbsumfeld der HOMAG Group hat sich gerade etwas getan. Wie bewerten Sie die neue Situation mit Schelling und Ima unter einem Dach?
Pekka Paasivaara:
Beide Unternehmen haben ja schon viele Jahre zusammengearbeitet, insofern ändert sich für uns auf den ersten Blick nicht so viel, was die Wettbewerber und ihren Marktauftritt angeht. Aber natürlich behalten wir die Entwicklung im Auge – sehen es im Prinzip aber sportlich: Wettbewerb spornt an. Und die HOMAG Group muss sich weiterentwickeln, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.

möbelfertigung: Industrie 4.0 war ein Top-Thema der „LIGNA“ und wurde besonders von der HOMAG Group gut aufgegriffen. Wie geht es in diesem Bereich weiter und wo liegen die größten Herausforderungen?
Pekka Paasivaara:
Die größte Herausforderung ist sicherlich die Datendurchgängigkeit vom Anfang bis zum Ende – oftmals ist der Datenfluss im konkreten Anwendungsfall dann doch eher zerstückelt und nicht komplett durchlaufend vom POS bis hin zur Fertigung, Logistik und Auslieferung. Das liegt zum Teil daran, dass oft mehrere Parteien mit unterschiedlichen Systemen am Prozess beteiligt sind. Trotz der großen Komplexität wird eine hohe Transparenz benötigt mit der Voraussetzung, dass derart komplexe Anlagen und Lösungen beherrschbar bleiben.

möbelfertigung: Lassen sich solche Herausforderungen als Einzelunternehmen stemmen oder wird dazu vielleicht noch eine andere Ebene benötigt, auf der Lösungen gemeinsam mit anderen Branchenteilnehmern entstehen?
Pekka Paasivaara:
Ganz allein wird es sicher nicht gehen und das versuchen wir auch nicht. Denn es ist ja ein Industrie- und kein HOMAG-Thema. Wir engagieren uns bereits seit geraumer Zeit in Gremien, um beispielsweise allgemeine Standards zu erarbeiten. Gleichzeitig bringt die HOMAG Group ihre Erfahrung und ihr Know-how umfassend in Forschungsprojekte der Bundesregierung ein.

möbelfertigung: Ist Industrie 4.0 eher ein deutsches Thema oder setzen sich weltweit Ihre großen Kunden damit auseinander?
Pekka Paasivaara:
Wir stehen mit Kunden rund um den Globus im Dialog zu Industrie 4.0. Die Anwender in unserer Branche im deutschsprachigen Raum beziehungsweise Europa haben sicherlich die Nase ein Stück weiter vorne. Aber auch in Amerika ist man beispielsweise sehr agil. Im Vergleich dazu ist das Interesse in anderen Regionen bislang eher gering. Aber auch dort wird es mit Sicherheit kommen.

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