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Effizienz ist oberstes Gebot: Plattenaufteiltechnik ohne Verschwendung

Plattenaufteilen – da gibt es zum einen die klassische Säge und zum anderen das Nestingverfahren. HOLZMA als Hersteller von liegenden Druckbalkensägen setzt in der Plattenaufteiltechnik seit nunmehr fast fünf Jahrzehnten immer wieder Maßstäbe mit Innovationen, Trends und Patenten. Eine jüngere Technologie ist das Nesting. Hier bietet WEEKE leistungsstarke Konzepte an. Das Nesting eroberte Anfang der 90iger Jahre den nordamerikanischen Markt und fand dann vor rund 10 Jahren den Weg nach Europa. Inzwischen sind beide Technologien fester Bestandteil der Plattenaufteiltechnik, gleichzeitig gewinnen Handling und Logistik an Bedeutung. Als Systemanbieter bietet die HOMAG Group interessante Kombinationen, wie die „Lager-Säge-Nesting-Kombination“ von HOMAG Automation, HOLZMA und WEEKE.

Sowohl HOLZMA als auch WEEKE stehen als Hersteller vor denselben Aufgaben: Alles dreht sich um die Steigerung von Leistung und Effizienz.

Wer effizient produziert, steigert die Leistung. Um effizient zu produzieren muss man, da war sich Taiichi Ohno sicher, „Verschwendung“ vermeiden. Und so eliminierte der Erfinder des „Toyota Production System“ systematisch jede Verschwendung, die er in seinem Buch in sieben Punkte kategorisiert (Quelle: Wikipedia):

1. Überproduktion (nur produzieren, was man braucht)
2. Überflüssige Bewegungen (des Bedieners und/oder der Maschine)
3. Wartezeiten (des Bedieners und/oder der Maschine) 
4. Transporte 
5. Überbearbeitung (zu aufwendige und/oder überflüssige Arbeitsgänge) 
6. Hohe Materialbestände (in der Produktion und/oder in den Rohstoff- bzw. Fertigteillagern) 
7. Nacharbeit und Ausschuss

Natürlich gibt es auch im Bereich des Plattenzuschnitts Verschwendung, also so genannte „nicht wertschöpfende Tätigkeiten“ – HOLZMA und WEEKE haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, solche Schwachstellen zu finden. Sie machen Workshops mit Kunden, untersuchen Abläufe sowohl bei Handwerks- als auch bei Industriebetrieben mit einem neutralen Blick, analysieren die Vorgänge umfassend und erarbeiten im Dialog mit dem Kunden die passende Lösung – von der Lagerung über den Zuschnitt bis hin zur Beschickung der nachfolgenden Stationen. Ziel sind fließende Prozesse von Anfang bis zum Ende – ganz nach der HOLZMA Domino-Philosophie und den WEEKE-Nestingkonzepten – immer zum Nutzen der Kunden. 

Punkt 1: Überproduktion

Nur produzieren, was man braucht – das gilt für die Serienproduktion ebenso wie für die klassische Losgröße-1-Fertigung. Es gilt, die Teile möglichst geschickt aus einer Platte zu sägen oder zu fräsen, mit geringem Rest oder Abfall. Am besten werden alle fertigen Teile zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Menge abgeliefert. Ein entscheidender Faktor hierfür ist die Software. Die HOMAG Group bietet hier etablierte Lösungen wie woodWOP 7 und woodCAD|CAM, die in den Kundengesprächen, in der Planung und bei der Generierung der CNC-Programme zum Einsatz kommen. Die Optimierungssoftware Schnitt Profi(t) beliefert sowohl Nesting-Maschinen als auch Sägen mit ihren Schnittplänen online. Die neue HOLZMA Abstapel­software gibt dem Bediener vor, welches Teil auf welcher Palette wo liegen muss, damit es an der nachfolgenden Bearbeitungsstation, etwa an der Kantenanleimmaschine, genau in der richtigen Reihenfolge bereit liegt. 

Punkt 2: Überflüssige Bewegungen

Sowohl der Bediener als auch die Maschine arbeiten dann effizient, wenn es keine überflüssigen Bewegungen gibt. Hier ist das HOLZMA Abstapelkonzept ein gutes Beispiel für eine Innovation rund um den Zuschnitt, die es dem Maschinenbediener ermöglicht, effizienter zu arbeiten. Ein anderes Beispiel ist die Optimierung der Verschachtelungsabläufe von WEEKE Nesting-Maschinen. Die benötigten Werkstücke werden durch die Software so auf der Platte verteilt (verschachtelt), dass die Bearbeitungen in kürzester Zeit und mit geringstem Verschnitt durchgeführt werden. 

Punkt 3: Wartezeiten

Wartezeiten des Bedieners gleicht das HOLZMA Abstapelkonzept ebenfalls aus. Es bietet an, Teile zu Puffern – so kann der nächste Streifen dem Zuschnitt zugeführt werden – dann erst stapelt der Bediener die gepufferten Teile in Ruhe ab. Das sorgt für fließende Prozesse, gleichmäßige Arbeit und vermeidet Wartezeiten.Wartezeiten entstehen eventuell  bei der Beschickung der Säge oder Nesting-Maschine. Hier gibt es umfangreiche Lösungen, zum Beispiel die Säge-Lager-Kombination: Das Lager stapelt in der Nacht schon alles so vor, dass für den nächsten Tag die Platten in der richtigen Reihenfolge bereit liegen. Sogar die Etikettierung der Rohplatten ist bereits nachts möglich. Beste Voraussetzungen für einen flüssigen Ablauf ohne Wartezeiten. Mit einem HOLZMA Vorstapeltisch kann man die Säge bereits beschicken, während der Zuschnitt der vorherigen Platte noch läuft. Auf Wunsch zieht die Nesting-Maschine die neue Platte bereits ein, während das fertige Nest ausgeschoben wird. So greifen die Prozesse nahtlos und ohne Wartezeit ineinander.Wartezeiten entstehen ebenso, wenn die Verfügbarkeit der Maschinen nicht passt – denn sie ist maßgeblich verantwortlich für eine erfolgreiche und vor allem effiziente Produktion. HOLZMA und WEEKE arbeiten daher intensiv daran, die Maschinenverfügbarkeit immer weiter zu erhöhen. So wird beispielsweise bei Neukonstruktionen die Servicefreundlichkeit permanent erhöht. Ein Beispiel hierfür ist die von HOLZMA grundlegend überarbeitete Baureihe 5 – das Flaggschiff der HOLZMA Serienmodelle wurde zur Hausmesse HOLZMA Treff 2014 überarbeitet und an vielen Stellen deutlich verbessert. HOMAG Automation, HOLZMA und WEEKE erweitern darüber hinaus laufend ihre Serviceleistungen und -angebote. Dazu gehören nicht nur die schnelle Hilfe im Notfall, sondern auch alle vorbeugenden Maßnahmen.

 

Punkt 4: Transporte

Kürzer geht’s nicht: Von der Anlieferung der Platten geht es direkt ins Lager, vom Lager direkt auf die Säge oder ab zum Nesten – und von dort geht es zu nachfolgenden Bearbeitungsstation. Etwa manuell mit dem HOLZMA Hubwagen HuGo mit automatischer Höhenverstellung. Er bringt die Platten zum Beispiel zur horizontalen Bohr- und Dübelstation ABD von WEEKE oder zum Kantenanleimen. Ebenso ist eine voll­automatische Anbindung an nachfolgende Stationen möglich.

 

Punkt 5: Überbearbeitung 

Wer noch weitere Transporte einsparen und gleichzeitig effizienter werden möchte, entscheidet sich für die HOLZMA HPP 300 multiTec. Diese Säge übernimmt auch Fräs- und Bohrarbeiten – ideal ist das zum Beispiel für Fassanden- und Trennwandbauer. Hier entfällt das mühsame Umpacken der meist großen und schweren Platten auf andere Maschinen und auch das nachträgliche Bearbeiten auf der Baustelle. Ähnliches bietet die WEEKE BHP-Baureihe. Je nach Anforderungsprofil wählt man hier also zwischen HOLZMA und WEEKE.

 

Punkt 6: Hohe Materialbestände 

Um diese zu verhindern, kommt das softwaregesteuerte Lager ins Spiel. Hier haben die Anwender immer den Überblick. Und man sieht jeden „Ladenhüter“ ganz genau. Dasselbe gilt übrigens auch für Restelager. Die gibt es manuell – mit der HOMAG Automation Verwaltungssoftware und der HOLZMA Schnittoptimierung behält man hier immer den Überblick und die Reste fließen wieder in den Prozess ein. Es gibt aber auch halb- und vollautomatische Lösungen, etwa mit einem Roboter von HOMAG Automation, kombiniert mit einer Restezelle, oder auch die Rückführung ins liegende Plattenlager.

 

Punkt 7: Nacharbeit und Ausschuss

Ausschuss im Zuschnitt entsteht meist, wenn Teile verkratzt oder beschädigt werden. So gehört es zu den Ansprüchen der HOMAG Group, das Material schonend zu transportieren und zu bearbeiten. Es beginnt bei der Vakuum-Beschickung, sei es über ein Lager, über ein Beschickportal oder aber über einen Hubtisch mit der HOLZMA 2in1-Beschickung. Speziell beflockte Rollen, bedüste Maschinentische, einstellbarer Druck von Spannzangen und Druckbalken – all das sorgt bei einer HOLZMA Säge für einen sanften Transport und damit für das oberflächenschonende Bearbeiten der Platten. Eine der neuesten Erfindungen ist die HOLZMA Absaugtechnologie dustEx. Sie reduziert nicht nur die Staubentwicklung bei Kratzschnitten enorm und spart zeitaufwändiges Abblasen der Maschine, sondern sorgt durch saubere Maschinentische auch für einen kratzfreien Transport der Teile.WEEKE nutzt die CNC-Steuerung für optimale Absaugergebnisse. Sie schaltet die Absaugkraft nur in dem Bearbeitungsbereich zu, der gerade aktiv ist. So wird insgesamt weniger Kraft benötigt und dennoch gleichbleibende Sauberkeit garantiert. Das spart Energie.

 

Punkt 8: Energieverbrauch

Diesen Punkt hatte Taiichi Ohno nicht explizit genannt. Und doch ist er heute so wichtig, dass eine gesonderte Erwähnung durchaus wichtig ist. In der HOMAG Group ist die „Energieeinsparung“ ein elementares Thema, auch, weil sich Sparpotenziale bei vernetzten Maschinen potenzieren. Zu den so genannten ecoPlus Technologien gehört etwa der im Standard integrierte Standby-Button. Dieser versetzt die Maschinen sofort in einen Stromsparmodus, lässt gleichzeitig aber keine Wartezeiten entstehen, wenn man die Maschine wieder „hochfährt“. Die modernen Absaugsysteme bei HOLZMA und WEEKE stehen genauso für Ressourcen­effizienz wie etwa die lastabhängigen Gebläse in den HOLZMA Luftkissentischen oder die einsatzgesteuerten Vakuumpumpen bei WEEKE und vieles mehr. Wie groß das Potenzial insgesamt mit Blick auf den Energieverbrauch ist, zeigt die ganzheitliche Betrachtung. Ein Betrieb, der von Säge über Kantenanleimmaschine und Bearbeitungszentrum bis hin zur Bohr- und Dübelstation auf HOMAG Group Lösungen setzt, kann seinen Energieverbrauch um bis zu 30% senken.

 

Fazit

Ein zentrales Thema im Plattenzuschnitt ist die permanente Leistungssteigerung. Allerdings versteht man darunter heute nicht mehr nur die puren Leistungsdaten, etwa kW-Zahlen oder den Sägeblattüberstand, sondern vor allem die Leistungssteigerung im Gesamtkontext. Entscheidend ist also die Betrachtung der Maschine(n) und gleichzeitig des Maschinenumfelds. Es stellt sich die Frage nach den fließenden Prozessen – auch vor und hinter dem Zuschnitt, von der Lagerung und Beschickung über das Plattenaufteilen bis hin zur nachfolgenden Bearbeitungsstation. Denn eine starke Leistung einer einzelnen Maschine ist in dem Moment hinfällig, wenn davor oder dahinter Staus und somit Wartezeiten entstehen.

 

 

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