|   St. Johann- Lonsingen   |   Deutschland

Die Potentiale ausschöpfen

Interview mit Hansbert Ott, Geschäftsführer WEINMANN, über die Vorteile einer hohen Vorfertigung und welche Faktoren eine Automatisierung erfolgreich machen.

Herr Ott, welche Möglichkeiten bietet die industrielle Fertigung einem Unternehmen, das wie die Blumer-Lehmann AG einen starken Schwerpunkt auf dem Mehrgeschossbau hat?

Ott: "Generell ist die Vorfertigung in diesem Bereich ein essentielles Thema, weil sich dadurch die Montagezeiten drastisch verkürzen lassen. Hier bieten Maschinen zum einen den Vorteil einer konstanten Qualität auf sehr hohem Niveau. Denken Sie nur einmal an die exakte Nagelung der Beplankungsmaterialien mit klar definierten Befestigungspunkten und Abständen – im Mehrgeschossbau ein Thema von eminenter Wichtigkeit, weshalb sich der maschinelle Prozess auch dokumentieren lässt.
Zum anderen muss ich das gesamte Gebäude schon in der Arbeitsvorbereitung zu Ende denken, inklusive der Materialien für die Installation, deren Position ebenfalls schon mit eingeplant wird. Die Mengen lassen sich dabei jederzeit exakt auslesen: Mehrbedarf, beim Innenausbau beschädigte Leitungen oder durch Rohre und Schlitze geschwächte Betontragwerke sind im Holzbau kein Thema mehr."

Sehen Sie im Mehrgeschossbau auch Potentiale für eine Kostensenkung in der Produktion?

Ott: "Diese Potentiale sind natürlich vorhanden, denken Sie nur an die Standardisierung gleicher Bauteile in den unterschiedlichen Geschossen. Wichtig ist vor allem, wie konsequent man solche Potentiale ausschöpft. Dazu benötigt man Module und Standards, etwa im Bereich der Installation. Hier lässt sich aus Sicht des Holzbauers die Technik hinter den Kulissen weitgehend standardisieren, auch wenn die individuellen Bäder später sehr unterschiedlich aussehen.
Für den Einbau von Leitungen und Rohren gilt, dass man die ohnehin schon weitgehend standardisierten Lösungen als Makro in der AV anlegen und in die Wand hineinkopieren kann. Auch in der Produktion wird ein ähnliches Vorgehen möglich, wenn man die passenden Bauteile vorkonfektioniert vom Klempner oder Elektriker bezieht – im Idealfall als komplette Installationswand. Hier liegen Potentiale, die in vielen Unternehmen noch nicht ausgeschöpft werden... "

Was kann ein Unternehmen tun, um gerade diese Potentiale auszuschöpfen?

Ott: "Der Wechsel von der manuellen zur maschinellen Fertigung ist ein tief greifender Veränderungsprozess. Wer seine Mitarbeiter nicht für diesen Prozess begeistert, weil er sie in die Veränderung nicht mit einbezieht, wird vielleicht erleben, dass die Multifunktionsbrücke nur Beplankungen nagelt. Alles andere bleibt wie zuvor."

Also muss man die neue Technik im Unternehmen erst verankern...

Ott: "Genau. Wenn sie im Unternehmen ist, sind alle aufgerufen, sich an ihrer permanenten Optimierung zu beteiligen. So kann ein Mitarbeiter in der Arbeitsvorbereitung die Rahmenfertigung erleichtern, indem er im Abbund Markierungen anbringen lässt. Damit lässt sich der Takt in der gesamten Anlage verbessern, weil die manuelle Rahmenproduktion in der Regel einer der Flaschenhälse ist. 
Der Mitarbeiter am Tisch kann die Materialflüsse verbessern, die Geschäftsleitung regelmäßig Optimierungsworkshops veranstalten, in denen jeder seine Verbesserungsvorschläge machen kann und, und, und... So kann die Anlage am Ende mehr leisten, während alle sehr viel angenehmer in optimierten Prozessen arbeiten." 

Zurück zur Übersicht

Sie haben Fragen?
Wir sind für Sie da!

Stiles Machinery, Inc.

+1 616 698 75 00 info[at]stilesmachinery.com Kontaktformular