|   Schopfloch   |   Deutschland

Auf dem Weg zum internationalen Technologiekonzern

Interview: Nach der Umstrukturierung beginnt jetzt die Innovations- und Wachstumsphase.

Ein Artikel des Fachmagazins möbelfertigung, Ausgabe 3/2017.

Ab sofort werden alle Maschinen der HOMAG Group mit „HOMAG“ gelabelt, die anderen Markennamen entfallen. Die „möbelfertigung“ sprach in Schopfloch mit dem Vorstandsvorsitzenden Pekka Paasivaara, der den Weltmarktführer zum internationalen Technologiekonzern umbaut und das globale Denken im Konzern implementiert. Die Benchmarks für die HOMAG Group liegen dafür in anderen Industrien. Künftig sind auch China und die USA Heimatmärkte. Auf der „Ligna“ zeigt HOMAG unter anderem erste Ergebnisse in Sachen Oberflächentechnik und eine offene, digitale Lösungsplattform, die den Kunden hilft ihre Prozesse und Abläufe zu verbessern. Dabei können Maschinen aller Hersteller an die Plattform angebunden werden.

möbelfertigung: Herr Paasivaara, Anfang März wurde bekannt gegeben, dass die einzelnen Marken in den Business Units aufgehen und HOMAG jetzt das Label aller Maschinen ist. Wie war die Resonanz Ihrer Kunden?
Pekka Paasivaara: Durchweg positiv. Wir haben vor zwei Jahren eine Erhebung durchgeführt, mit der wir bei unseren Kunden verschiedenste Themen rund um die Zusammenarbeit mit der HOMAG Group abgefragt haben. Es gab 1.500 Rückläufer. Ein häufig geäußerter Wunsch war ein einheitliches Bild: Mit unserem umfangreichen Produktportfolio und den verschiedenen Gesellschaften war es für den Kunden nicht immer klar, wer was anbietet. Zudem fragen Kunden verstärkt Lösungen nach, statt Einzelmaschinen. Sie wollen alles aus einer Hand und einen zentralen Ansprechpartner.
Das hat uns bei den Veränderungen angetrieben. Nach der Neustrukturierung sind wir keine Gruppe aus Einzelunternehmen mehr, sondern ein Unternehmen, eine Einheit. Insofern zeigen sich die Kunden jetzt sehr erfreut, da wir das anbieten, was Sie sich gewünscht haben.

möbelfertigung: Welche internen Vorteile ergeben sich?
Pekka Paasivaara: In der Vergangenheit hat jede Marke eigenständig am Markt agiert. Das hat sich jetzt verändert. Wenn alle Strukturen konzernweit vereinheitlicht sind, fällt die Zusammenarbeit wesentlich leichter. Zudem denken wir noch mehr in Technologie-Plattformen und einheitlichen Technologie-Standards. Beispielsweise in der Maschinenentwicklung: Dort gibt es jetzt weltweit harmonisierte, systematisierte Prozesse.
Man kann sagen, wir haben uns mit „One HOMAG“ zuerst um die nach innen gerichteten Strukturen gekümmert und haben ein neues starkes Unternehmens-Fundament geschaffen. Jetzt gehen wir den nächsten Schritt nach draußen.

möbelfertigung: Wie haben die Mitarbeiter reagiert, für die ein Stück individuelle Identifikation wegbricht?
Pekka Paasivaara:
In Summe haben die Mitarbeiter sehr positiv reagiert. Viele Mitarbeiter im gesamten Konzern haben diesen Schritt nach den Veränderungen der letzten Jahre erwartet. Denn es ist nur konsequent, am Ende der Umstrukturierungen auch gemeinsam mit einer Marke nach vorn zu gehen.
Meine Kollegen und ich haben stets offen kommuniziert und sichergestellt, dass die Informationen über unsere Strategie immer alle Mitarbeiter erreicht haben. Zudem habe ich bewusst das Gespräch gesucht, vor allem mit langjährigen Mitarbeitern der Unternehmenstöchter. Viele vertraten die Meinung, dass ein solcher Schritt nötig ist, um auch in der Zukunft erfolgreich zu sein. Die Mitarbeiter stehen hinter der neuen Ausrichtung der HOMAG Group.

möbelfertigung: Wird die Struktur Auswirkungen auf Niederlassungen und Werke haben?
Pekka Paasivaara:
Wir sind dabei einen internationalen Produktionsverbund aufzubauen. Dadurch können wir flexibler produzieren. Dabei sind alle Standorte wichtig.

möbelfertigung: Das heißt, die Produktionen werden weniger durch die Technologien bestimmt, sondern eher dadurch Kapazitäten ausgleichen zu können?
Pekka Paasivaara: Sowohl als auch. An einigen Stellen werden wir in Zukunft weiter investieren, um noch mehr Spezial-Know-how aufzubauen, an anderen Stellen um Kapazitäten zu schaffen, falls andere Werke komplett ausgelastet sind. Auf Komponenten- und Modulebene ist es sinnvoll, Kompetenzen zu bündeln.
Aktuell sind durch die gute Auftragslage fast alle Werke voll ausgelastet – mit entsprechenden Folgen bei den Lieferzeiten. Wir wollen dem durch eine bessere Steuerung entgegenwirken, so dass wir die Montage von bestimmten Maschinen auch verlagern können.

möbelfertigung: Planen Sie Kapazitäten von Deutschland ins Ausland zu verlagern?
Pekka Paasivaara
: Nein. Wir wollen vor allem komplexe, vernetzte Maschinen vorwiegend in Deutschland bauen. Im Gegenteil, wir werden an einigen Stellen die Kapazitäten steigern.
Aber wir werden viel in die Auslandswerke investieren, um die Nähe zu den jeweiligen Märkten zu nutzen, zum Beispiel in Grand Rapids, Shanghai und Bangalore für den amerikanischen, chinesischen und indischen Markt. Dies gilt besonders für das Midprice-Segment.

möbelfertigung: Wie schwierig ist es, Fachkräfte dort vor Ort zu finden?
Pekka Paasivaara:
Das gelingt uns ganz gut. Wobei wir in diesem Bereich manchmal noch etwas „zu deutsch“ denken. Wir wollen ein integriertes, internationales Unternehmen sein und dazu gehört auch, dass unsere Mitarbeiter global rotieren. Optimaler Know-how-Transfer funktioniert nur so.

möbelfertigung: Gehört die Erhöhung der Beteiligung an BENZ mit dem Ziel einer kompletten Übernahme im Jahr 2018 zur Strategie der Vereinheitlichung und Unterteilung in Business Units?
Pekka Paasivaara:
BENZ ist ein Sonderfall, denn das Unternehmen wird trotz der Beteiligungserhöhung und Übernahme in 2018 weiterhin eigenständig am Markt agieren, denn die Aggregate gehen nicht nur in die Holzbearbeitungsbranche, sondern genauso in die Metallbearbeitung.
Der Stellenwert von BENZ ist für uns sehr hoch – im Bereich der CNC-Bearbeitung stammen beispielsweise die 5-Achs-Technologien von BENZ. Darum war es für uns wichtig, die Kompetenzen und Einflussnahme weiter zu erhöhen, um dadurch die Technologien weltweit noch besser vermarkten zu können.

möbelfertigung: Denken Sie, dass Marktbegleiter weiterhin bei BENZ kaufen, auch wenn das Unternehmen zu 100 Prozent zur HOMAG Group gehört?
Pekka Paasivaara:
Im Bereich der Aggregate gibt es nur wenige Anbieter und BENZ ist als Lieferant mit innovativen Technologien sehr geschätzt. Ich bin überzeugt, dass sich diese Situation wie bisher gut weiterentwickeln wird. Die Marktbegleiter zeigen sich sehr offen.

möbelfertigung: Mittlerweile gibt es konkrete Ansätze im Bereich der Lackiertechnologie. Wie weit ist die HOMAG Group bei Lackierautomaten?
Pekka Paasivaara:
Wir haben für nahezu alle Segmente Produkte im Portfolio – nur in der Oberfläche sind wir noch nicht lückenlos aufgestellt. Daher arbeiten wir an der entsprechenden Technik, woran sich Dürr in Form von Komponenten wie beispielsweise Spritzpistolen beteiligt.
Die ersten Projekte werden wir auf der „Ligna“ präsentieren. Wir werden den Bereich „Oberfläche“ für unsere Kunden weiter ausbauen.

möbelfertigung: Im letzten Jahr gab es eine große Veränderung im Vertriebsnetz in Deutschland – wie hat es sich bewährt?
Pekka Paasivaara:
Wir sind sehr zufrieden. Auch dort spielte die Integration die entscheidende Rolle. Vor allem Industriekunden werden von uns direkt betreut, zum Teil auch kleine und mittelständische Unternehmen. Die Marktentwicklung in diesen Gebieten ist sehr positiv, darum können wir schon jetzt ein positives Fazit des Direktvertriebs ziehen.

möbelfertigung: Der Vertrieb ist also ein entscheidendes „Puzzleteil“ des Integrationsprozesses?
Pekka Paasivaara:
Ja. Bei uns gibt es das Projekt „Total Customer Care“ – ein Programm, mit dem wir unsere Kunden noch besser betreuen wollen. Das gilt nicht nur in Deutschland, sondern konzernweit.
Grundsätzlich wollen wir schneller werden, die Angebote müssen beispielsweise rascher beim Kunden sein. Wir haben dazu auch mit Mitarbeitern gesprochen, um herauszufinden, welche Prozesse im Beratungsgespräch beschleunigt werden können. An solchen Stellen setzen wir den Rotstift an, um unsere Prozesse zu beschleunigen. Wir geben unseren Verkäufern mehr Kompetenz und unsere Servicetechniker haben wir gezielt qualifiziert.
„Total Customer Care“ spielt bei uns eine sehr große Rolle: Bei aller Reorganisation muss der Kunde trotzdem immer im Fokus bleiben.

möbelfertigung: Zum ersten Mal seit vielen Jahren verzichtet HOMAG auf die Hausmesse im Herbst. Warum?
Pekka Paasivaara: Wir konzentrieren uns 2017 bewusst auf die „Ligna“ und laden auch kleinere Kunden gezielt nach Hannover ein. Wir erwarten auch die großen Auslandsdelegationen, die sonst zum „HOMAG Treff“ gekommen sind, zur „Ligna“.
Technologien wie die Digitalisierung, Vernetzung und Industrie 4.0 lassen sich auf der „Ligna“ besser demonstrieren, weil der gesamte Messeauftritt dahingehend ausgerichtet ist.

möbelfertigung: Wird das künftig im „Ligna“-Jahr immer der Fall sein?
Pekka Paasivaara:
So grundsätzlich würde ich das nicht formulieren. Vielleicht wird der „HOMAG Treff“ in Zukunft in anderer Form stattfinden. Diese Entscheidung lassen wir noch offen.

möbelfertigung: Vor eineinhalb Jahren haben wir über den Weg der HOMAG Group „vom Mittelständler zum Weltkonzern“ gesprochen. Wie weit sind Sie?
Pekka Paasivaara:
Internationaler Technologiekonzern trifft es mit Sicherheit besser. Grundsätzlich kann man nicht sagen, wie weit wir sind, denn es ist kein endlicher Weg, sondern eine dauerhafte Veränderung. Wir werden uns immer wieder anpassen und verbessern, um global führend zu sein.
Insofern ist es wichtig, sich mit anderen Unternehmen zu vergleichen. Dazu blicken wir auch auf andere Industriezweige und schauen uns beispielsweise an, welche Systeme, Prozesse, Strukturen oder Methoden die jeweiligen Marktführer nutzen.

möbelfertigung: Was fehlt der HOMAG Group noch zu einem internationalen Technologiekonzern?
Pekka Paasivaara:
Wir müssen nach wie vor unsere Denkweise weiterentwickeln. Wir sprechen beispielsweise von Deutschland als unserem Heimatmarkt. In Zukunft sind für uns aber alles „Heimatmärkte“: China genauso wie die USA und Deutschland. Wir müssen so denken, als wären wir zum Beispiel als chinesisches Unternehmen auf dem chinesischen Markt zuhause. Mit Ressourcen, Entwicklungs- und Produktionskompetenz jeweils vor Ort. Wenn wir das alles erreicht haben, sind wir wirklich international, jedoch mit starken deutschen Wurzeln. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch erfolgreich.
In diesem Jahr werden alle deutschen Produktionsstandorte einheitlich unter einem SAP-System laufen. Dies weiten wir auf alle internationalen Standorte aus.

möbelfertigung: Wie stellen Sie die Weichen für weitere Prozessverbesserungen?
Pekka Paasivaara:
Wir haben kürzlich die Methodik „Six Sigma“ für uns beschlossen. Absolute Qualität ist das Ziel. Hierfür werden wir hunderte von Mitarbeitern schulen, damit sie Verbesserungsprojekte im Konzern umsetzen können.

möbelfertigung: VDMA-Chef Wolfgang Pöschl untermauerte, dass die Digitalisierung ein Treiber für die gute Performance der Fachverbandsmitglieder ist. Trifft dies auch auf die HOMAG Group zu?
Pekka Paasivaara:
Auf jeden Fall, denn wir sind in diesem Bereich seit vielen Jahren unterwegs. Insofern ist es für uns gelebte Praxis. Wir werden diesbezüglich auf der „Ligna“ die nächste Ebene betreten und etwas vorstellen, dass auch in den kommenden Jahren im Bereich Digitalisierung die treibende Kraft sein wird. Vernetzte Produktionen waren für uns nur die erste Phase

möbelfertigung: Wie sieht die zweite Phase aus?
Pekka Paasivaara:
Die nächste Stufe wird eine Plattform mit technologischen Maschinenstandards sein, an die sich alle Maschinen unserer Kunden – auch von den Marktbegleitern – anbinden lassen.
Wir stellen eine Lösung zur Verfügung, die in erster Linie für den Kunden, aber auch beispielsweise für Werkzeughersteller oder Kantenband-Zulieferer usw. von Vorteil ist.
Es macht an diesem Punkt keinen Sinn, über ein HOMAG-System zu sprechen, denn nahezu jeder Kunde hat auch Maschinen von Marktbegleitern, die angeschlossen werden müssen. Wenn der Kunde dann die App zu seiner Produktion nutzt, dann sieht er dort neben allen HOMAG-Maschinen auch alle anderen. Wie das funktioniert, zeigen wir im Mai.
Am Ende wollen wir unseren Kunden genau das bieten: Zukunftsfähige Themen, die getestet sind und mit denen er sofort durchstarten kann. Die Ansprüche beispielsweise in der Möbelindustrie werden künftig noch steigen: durch eine enorme Erhöhung der Varianz, verkürzte Lieferzeiten und miteinander vernetzte Produktionsstandorte. Wir wollen Technologien bieten, die die gesamte Branche voranbringen.

möbelfertigung: Ist die Vernetzung nur ein Thema der großen Top-Kunden?
Pekka Paasivaara:
Keinesfalls. Manche Firmen haben nur wenige Maschinen in der Produktion stehen und wollen diese vernetzen. Vor allem aber für Betriebe im Mittelstand sehen wir mit der Digitalisierung und der Nutzung des Internet of Things den größten Nutzen. Insgesamt ist auch die Nachfrage nach Automatisierung sehr groß. Und auch diese Kunden sind uns wichtig.
Wir gehen beispielsweise mit dem Anspruch auf die kommende „Ligna“, dass wir umfassende und vor allem praktikable Lösungen zeigen. Konkret umgesetzte Ideen.

möbelfertigung: Die Trennung Industrie-Handwerk gibt es in vielen Ländern nicht – wie sieht es dort mit der Vernetzung aus?
Pekka Paasivaara
: Zum Beispiel in Südostasien, beispielsweise Malaysia und Vietnam, haben wir erstaunlich anspruchsvolle Kunden. Auch in China denkt man sehr fortschrittlich, Kunden haben vier oder fünf Maschinen und wollen jetzt über Vernetzung sprechen, Softwares nutzen und ähnliches.

möbelfertigung: Im Jahr 2015 hatte die HOMAG Group erstmals die Umsatzmilliarde geknackt – wie haben Sie das Jahr 2016 abgeschlossen?
Pekka Paasivaara:
Wir waren ganz zufrieden. Wir hatten erneut ein zweistelliges Wachstum beim Auftragseingang mit rund zehn Prozent auf 1.165 Mio. Euro. Der Umsatz verzeichnete ein Plus von gut vier Prozent mit 1.082 Mio. Euro und das operative EBIT stieg um 13 Prozent auf 71 Mio. Euro und entwickelte sich damit überproportional zum Umsatzwachstum.

möbelfertigung: Welche Märkte waren gut, welche eher enttäuschend?
Pekka Paasivaara:
Sehr zufrieden waren wir mit der DACH-Region mit einem zweistelligen Wachstum. Ähnlich gute Erfolge hatten wir in China und Nordamerika. Kurz gesagt: Die großen und wichtigen Märkte haben unsere Erwartungen bestätigt, besonders in China haben wir sehr gut verkauft. Die Entwicklung in Osteuropa war zurückhaltend.

möbelfertigung: Rechnen Sie mit „Brexit“-Auswirkungen?
Pekka Paasivaara:
Nicht unmittelbar, unser Geschäft in Großbritannien läuft weiterhin sehr gut.
Kurz vor dem „Brexit“-Referendum gab es eine kleine Delle aber das war es bislang – trotz der Abwertung des Pfunds. Aber keiner kann in die Zukunft blicken und auch wir müssen eventuelle Auswirkungen auf die Wirtschaft der EU, beziehungsweise Europa, auf uns zukommen lassen.

möbelfertigung: Welche Erwartungen haben Sie an das laufende Jahr – mit einem eventuellen Peak durch die „Ligna“?
Pekka Paasivaara:
Wir sind im ersten Quartal schon gut gestartet mit einem hohen Auftragseingang – und die „Ligna“ wird sicherlich dafür sorgen, dass das zweite Quartal auch erfolgreich ist. Und wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, dann glauben wir, dass wir im Geschäftsjahr 2017 noch einmal über den Ergebnissen von 2016 liegen werden. Wir bekommen aktuell viel positives Feedback aus dem Markt bezüglich unserer ganzheitlichen, zukunftsgerichteten Lösungen. Das spornt uns an.

möbelfertigung: Mittlerweile sind Sie fast zwei Jahre bei der HOMAG Group. Wie lautet ihr persönliches Fazit?
Pekka Paasivaara: Ich bin von der HOMAG Group sehr beeindruckt, es ist ein tolles Unternehmen mit hohem Potenzial. Was mich beinahe überrascht hat, ist die hohe Veränderungsbereitschaft der gesamten Mannschaft. Wir haben viele Bälle in der Luft und treiben diverse Projekte parallel voran, oftmals an der Leistungsgrenze vieler  – das funktioniert nicht, wenn die Mitarbeiter nicht mitziehen. Ich habe den Eindruck, dass auch langjährige Mitarbeiter erkennen, wo die Zukunft der HOMAG Group liegt. Wir haben beispielsweise ein sehr gutes Verhältnis zu den Arbeitnehmervertretern, die aktiv mitgestalten. Es ist eine hochmotivierte, bodenständige Belegschaft – das schätze ich ganz besonders.

möbelfertigung: Und die Branche?
Pekka Paasivaara:
Ich schätze unsere Wettbewerber sehr. Optimal wäre, zusammen mit den Marktbegleitern die Themen unserer Branche gemeinsam noch mehr voranzutreiben. Ich denke hier beispielsweise an Standards für die Möbelindustrie.
Die Möbelindustrie an sich ist ein Industriezweig, der sich momentan in einer starken Industrialisierungsphase befindet. Absolut spannend. Hier wird hochkarätige Technologie gefordert sowie verkettete Anlagen, für die viel Geld in die Hand genommen wird.

möbelfertigung: Im Juni 2016 haben Harald Becker-Ehmck und Jürgen Köppel den Vorstand verlassen. Sind Sie immer noch zu zweit im Vorstand mit Franz Peter Matheis als Finanzvorstand?
Pekka Paasivaara: Ja, wir sind zu zweit, das funktioniert auch sehr gut. Wir haben die Führungsriege in den letzten Monaten etwas umgestaltet: Herr Matheis und ich werden von einem Executive Committee unterstützt, dem alle Business Unit Manager angehören. Dieses Committee übernimmt die operative Führung. Insofern sind wir in der Unternehmensspitze mit etwa zwölf Personen bestens aufgestellt. Grundsätzlich sollen die einzelnen Business Units die Geschäftsverantwortung mittragen.

 

Das Interview führten Doris Bauer und Tino Eggert.

Quelle Bildmaterial: möbelfertigung

Zurück zur Übersicht