30.03.2016

Vorfertigung im Holzrahmenbau – maßhaltige Elemente und schnelle Bauze

Automatisierte Prozesse in der Fertigungshalle ermöglichen die Vorfertigung kompletter Elemente. Das Ergebnis: maßhaltige Elemente, schnelle Bauzeiten und hohe Termintreue.

"Die maschinelle Vorfertigung bietet eine wesentlich einfachere, vorhersehbare und sichere Planung. All diese Faktoren führen zu einem verbesserten Preis-Leistungs-Verhältnis."

Chris Murray, CCG

Moderne Technologien ermöglichen automatisierte und effiziente Prozesse innerhalb der Produktionshalle. Dabei werden sämtliche Elemente vorgefertigt, sodass lediglich die Hausaufstellung auf der Baustelle erfolgt. Die Vorteile, die dadurch entstehen, liegen auf der Hand: Der komplette Fertigungsprozess ist wesentlich schneller, denn äußere Faktoren wie Wind und Wetter haben keinen Einfluss auf die Produktion. Zusammen mit der konstant hohen Qualität wird so eine schnelle und passgenaue Montage auf der Baustelle ermöglicht. Das bedeutet für die Unternehmen eine termingerechte Fertigstellung der Gebäude. Zudem ist man auf weniger Facharbeiter angewiesen. Aufgrund der Tatsache, dass es  immer schwieriger wird, qualifizierte Mitarbeiter zu finden ist dies ein wichtiger Faktor. Daneben wird das Baustellenmanagement vereinfacht und mögliche Schäden auf der Baustelle reduziert. Nicht außer Acht zu lassen ist außerdem der wichtige Gesundheits- und Sicherheitsaspekt, dem in dieser Weise viel leichter Genüge getan werden kann. Und letztlich bietet die maschinelle Vorfertigung eine wesentlich einfachere, vorhersehbare und sichere Planung. All diese Faktoren führen zu einem verbesserten Preis- Leistungs-Verhältnis.

Einer der größten Fertighaushersteller in Großbritannien nutzt bereits die Möglichkeiten der Vorfertigung

Ein Unternehmen, das die Möglichkeiten der Vorfertigung erkannt und die strategische Entscheidung, in den Holzrahmenbau einzusteigen, getroffen hat, ist die Firma CCG (Scotland) Ltd. CCG ist einer der größten Fertighaushersteller in Großbritannien und verfügt über eine voll integrierte Konzernstruktur, verteilt auf acht Geschäftsbereiche. Einen dieser Bereiche stellt das Unternehmen CCG OSM dar, verantwortlich für die Vorfertigung. CCG OSM ist in vielen Bereichen der Branche aktiv und stellt offene und geschlossene Wandelemente, sowohl für CCG (Schottland) Ltd. als auch für externe Kunden, her. Die produzierten Elemente werden für Projekte im Bildungswesen, für Studentenwohnheime, für den privaten und sozialen Wohnungsbau sowie für soziale Einrichtungen verwendet. In diesem Sektor werden 80 Personen in den Bereichen Verwaltung und Produktion beschäftigt, die innerhalb eines Zwei- Schicht-Modells tätig sind. Chris Murray, Marketing- Leiter von CCG OSM, beschreibt die Möglichkeit Häuser in energiesparender Bauweise nach individuellem Kundenwunsch effizient zu fertigen, um den Kunden höchste Flexibilität zu bieten, als einen der ausschlaggebenden Gründe in den Holzrahmenbau einzusteigen.

In der Lage zu sein, solche Häuser liefern zu können, bringt CCG OSM  dem Anspruch näher, ein -  auch hinsichtlich der Energiestandards - führender Hersteller zu sein. Ein großer Vorteil im Hinblick auf die in diesem Jahr erfolgten Änderungen der Bauvorschriften in England.

Einstieg in die automatisierte Fertigung

Um die Entscheidung, in den Holzrahmenbau einzusteigen umzusetzen, entschloss sich CCG, die Produktion zu automatisieren. Die Wahl fiel klar auf den Hersteller WEINMANN Holzbausystemtechnik GmbH, denn diese Produktionslinie sollte es CCG ermöglichen, Gebäude von höchster Qualität herzustellen, unter Beibehaltung der Nachhaltigkeit in Punkto Kosten und Umweltmanagement. Die Fertigungslinie besteht aus der Abbundmaschine WBS, einer Riegelwerkstation, einer Multifunktionsbrücke, mehreren Montagetischen sowie einem Verteilwagen. Des Weiteren ist eine Plattensäge der Firma HOLZMA in die Produktion eingebunden. Sowohl WEINMANN als auch HOLZMA gehören zur HOMAG Group.

Die Produktion nimmt ihren Anfang mit der Abbundmaschine, welche die erforderlichen Balken und Stiele für die Riegelwerke und Wandelemente auf das entsprechende Maß zusägt und bearbeitet. Parallel hierzu schneidet die HOLZMA Plattensäge die Beplankung zu. Den nächsten Schritt im Produktionsablauf übernimmt die Riegelwerkstation WEM, die das komplette Riegelwerk automatisiert herstellt.

Das fertiggestellte Riegelwerk wird nun zum Ende des Abfuhrtisches transportiert und für die nachfolgende Bearbeitung an den nächsten Arbeitstisch übergeben. Hier wird die Beplankung auf dem Riegelwerk positioniert und mithilfe der Multifunktionsbrücke automatisch befestigt und bearbeitet. Das Element wird mit dem sogenanntenSchmetterlingswender gewendet. Nun wird das Dämmmaterial eingebracht und anschließend wird mit der Beplankung die zweite Elementseite geschlossen. Je nach gewünschter Konstruktion der Häuser werden weitere Lagen aufgebracht. Die Multifunktionsbrücke befestigt und bearbeitet das Element Schicht für Schicht. So erhält man nahezu vollständig fertiggestellte Elemente, einzig die Fassade wird auf der Baustelle angebracht. Das fertiggestellte Element wird in einem vertikalen Wandmagazin gelagert und mit dem Verteilwagen kommissioniert und verladen.

Breites Produktspektrum

Diese Fertigung ermöglicht CCG eine schnelle und effektive Produktion sowie Montage, was wiederum zu Kostenersparnissen auf der Baustelle führt und sich zudem positiv auf die Kundenbindung und Akquise auswirkt. Von Chris Murray erfahren wir außerdem, dass die Produktionslinie ein breiteres Projekt- und Produktspektrum ermöglicht, was angesichts des fragilen schottischen Wohnungsmarktes sehr wichtig für CCG OSM ist. Um sicherzugehen, dass die Fertigungslinie diese Ansprüche von CCG wirklich erfüllt und hochflexibel einzusetzen ist, arbeiteten WEINMANN und CCG OSM während der kompletten Planungsphase sehr eng zusammen. Die dabei erzielte Vielseitigkeit der Anlage zeigt sich unter anderem darin, dass sowohl offene als auch geschlossene Elemente und neben Wandelementen auch Dach- und Deckenelemente auf einer Anlage hergestellt werden. Dies war für CCG ein wichtiger Punkt, denn man wollte den Kunden das komplette Paket bieten. Nun gibt es eine umfassende Produktpalette, sowohl für Projekte von CCG (Scotland) Ltd als auch für externe Kunden. CCG OSM ist in der Lage, völlig flexibel auf die jeweiligen Anforderungen zu reagieren.

Nachdem die Produktionsline, die in vier Prozesschritte gegliedert ist, im Jahr 2010 installiert war, befand sich Großbritannien in der schlimmsten Finanzkrise seit Jahrzehnten. Trotzdem traf CCG die mutige Entscheidung, privat in die WEINMANN Produktionsanlage zu investieren. Chris Murray: „Wir sind überzeugt davon, dass uns die WEINMANN Fertigungsanlage geholfen hat, wettbewerbsfähig, und wichtiger noch, profitabel zu bleiben. Unsere Erwartungen darüber, wie gut die Maschinen funktionieren würden, wurden erfüllt und nun freuen wir uns, dass wir die WEINMANN Anlage dazu nutzen können, neue Höhen in der Bauwirtschaft zu erreichen.“

Konstant hohe Qualität

Der höhere Automatisierungsgrad macht den Produktionsablauf wesentlich effizienter. Diese Effizienz kann auf viele verschiedene Arten beurteilt werden, doch am deutlichsten hinsichtlich der Liefertreue. CCG vergab eines der aufsehenerregendsten Wohnbauprojekte in Schottland an  CCG OSM: „The Athletes’ Village". Dieses Projekt wurde von einem Konsortium, bestehend aus vier Unternehmen „City Legacy“, für die Commonwealth Games 2014, abgewickelt. CCG OSM trug dazu bei, dass 237 der 700 Häuser für das Projekt sieben Monate vor dem vertraglichen Liefertermin geliefert wurden – dies war ein großer Vorteil, denn der Fertigstellungstermin für das Projekt stand unverrückbar fest. Dies ist nur ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit von CCG OSM, welche ohne die WEINMANN Fertigungsanlage nicht erreichbar gewesen wäre.

Doch auch die Kontinuität in Sachen Qualität ist ein wichtiger Faktor, da sich dieser auf sehr viele Bereiche des Herstellungsprozesses, einschließlich der Kosten bezieht. Die Produktionslinie arbeitet mit einer höheren Geschwindigkeit im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsmethoden, und dies bei gleichzeitigen Kosteneinsparungen beim Produktionsprozess und verringertem Zeitaufwand auf der Baustelle. Zusätzlich verringern sich die Kosten für Schäden auf der Baustelle und für Lohn und Logistik. Chris Murray: “Insgesamt hat sich die Verbindung zwischen CCG OSM und WEINMANN als rentable Partnerschaft in vielen verschiedenen Bereichen erwiesen". Schon immer setzt CCG OSM einen hohen Stellenwert auf die Qualität. Seit dem mit der WEINMANN Anlage produziert wird, werden Verbesserungspotentiale noch einfacher ermittelt und entsprechende Maßnahmen umgesetzt, um die Effizienz kontinuierlich zu erhöhen.

Diese selbstkritische Sichtweise gibt CCG OSM die Möglichkeit, Gebäude nach höchstem Standard zu fertigen. Zusätzlich bietet die Produktionslinie ein sauberes und sicheres Arbeitsumfeld: die automatischen Handling-Systeme verringern die manuellen Tätigkeiten im Bereich der Handhabung und somit die Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter. Alle Maschinen verfügen außerdem über einen guten Lärm- und Staubschutz.

All diese Faktoren und natürlich die geringe Lieferzeit ermöglichten es CCG OSM, sich zum schottischen Marktführer zu entwickeln und sich auf diesem Niveau zu behaupten. Ohne die Anlagentechnik, die von WEINMANN und der HOMAG Group geliefert wurden, wäre dies nicht möglich gewesen.

Erschienen in Performance Ausgabe 2016 
Wir danken unserem Kunden CCG (OSM) Ltd.
Bildrechte/Fotograf: CCG (OSM) Ltd.

 

 

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CCG ist einer der größten Fertighaushersteller in Großbritannien und verfügt über eine voll integrierte Konzernstruktur, verteilt auf 8 Geschäftsbereiche. CCG OSM stellt offene und geschlossene Wandelemente für öffentliche Projekte sowie für den privaten und sozialen Wohnungsbau her.

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