01.04.2009   |   Deutschland

Schlüsselfertige Hausfabrik im Passivstandard

Bei der Weissenseer Holz-System-Bau GmbH baut man energieeffiziente Gebäudehüllen – nicht nur für Wohnhäuser, auch für gewerbliche Objekte. Christof Müller leitet das Unternehmen, dessen Produkte großenteils nach Österreich und Norditalien gehen, in der dritten Generation.

Interview mit Geschäftsführer Christof Müller

WEINMANN: „Herr Müller, seit August 08 produzieren Sie in einer Produktionshalle, die dem Passiv-Standard entspricht. Die Bauteile für die Halle haben Sie in Ihrer Firma produziert. Ein ungewöhnliches Projekt...“

Müller: „Das mag sein, aber doch konsequent, denn will man die Möglichkeiten des Passiv-Standards im Gewerbebau aufzuzeigen, dann muss man auch selber so bauen.“

WEINMANN: „Sie erforderte aber auch eine „etwas andere“ Planung?“

Müller: „Was schon damit anfängt, wie man mit dem Raum umgeht. Beim Passivhausbau muss es mein Ziel sein, mit dem Raum zu geizen. Ich bin also auf der Messe in Verona zu Thorsten Linke von WEINMANN gegangen und habe ihm gesagt: Wir wollen die kleinste, flexibelste und effektivste Holzhausfabrik Europas bauen. Da war er schon etwas überrascht.“

WEINMANN: „Und haben Sie sie bekommen?“

Müller: „Absolut. Wir haben dazu jeden Zentimeter Platzbedarf kritisch hinterfragt, haben den Raum um die Maschinen reduziert, die Produktionseinheiten dichter aneinandergerückt, die Verladebuchten, die Arbeits- und Fahrwege minimiert. Alles in allem haben wir durch diese Maßnahmen das Hallenvolumen um mehr als 70 Prozent gesenkt. Und ganz nebenbei den Workflow optimiert, sodass wir heute eine superkompakte Fertigung mit Modellcharakter haben.“

WEINMANN: „...,die auch weitgehend automatisiert ist?“

Müller: „Wir produzieren auf einer hochautomatisierten WEINMANN-Kompaktanlage und dämmen mit einer Großballenanlage von Isocell. Modernste Technik, mit der wir unsere Kapazität versiebenfacht haben Bei den Produktionskosten gehe ich von einer deutlichen Senkung aus. Ab 0 Häusern im Jahr beginnt sich die neue Technik zu rechnen, wir visieren aber erheblich höhere Stückzahlen an.“

WEINMANN: „Trägt der Maschinenpark in Ihrem Hallenkonzept auch zur Heizung bei?“

Müller: Die Abwärme der Maschinen spielt eine eher untergeordnete Rolle. Wir heizen mit der Abwärme des Kompressors für Vakuumsauger und Maschinensteuerung. Der liefert uns etwa 18 kW. Völlig ausreichend für unsere Fußbodenheizung.“

WEINMANN: „Aber doch nur, weil die Bausubstanz entsprechend hochwertig ist?“

Müller: „Ganz klar. Wir haben deshalb hochwertige, aber gleichzeitig kostengünstige Wand- und Dachelemente entwickelt und Öffnungen wie zum Beispiel die Hallentore optimiert. So kommen wir bei 000 m2 Gesamtfläche und einem exzellenten LW-Wert von 0, auf einen Energiebedarf von 7 000 kWh. Und das zu relativ günstigen 0 Euro/m2...

WEINMANN: „Klingt nach einem Modell, das man eigentlich wiederholen sollte...

Müller: Genau das haben wir uns auch gedacht. Und ins Auge gefasst, unsere Holzhausfabrik als Erfolgsmodell für andere Holzbaubetriebe zu vermarkten. WEINMANN und Isocell wären dabei mit im Boot, der Kunde bekäme also eine schlüsselfertige Passiv-Holzhausfabrik inklusive Schulung seiner Mitarbeiter und uns als möglichen joint venture Partner (wenn beide Seiten miteinander arbeiten wollen…). Sodass man auch in Ländern, die erst an der Schwelle zum energieoptimierten Bauen stehen, quasi aus dem Stand den Bau von Passivhäusern angehen könnte.“

WEINMANN: „Herr Müller, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.“

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