23.10.2014

PowerTouch: Kennst du eine, kennst du alle

Was geschieht, wenn der Kollege an der 5-Achs-CNC in Urlaub geht und der Vertreter mit der Maschine noch nicht gearbeitet hat? Die Schreinerei Hoetzel tauschte vier ältere Maschinen gegen aktuelle Modelle mit powerTouch aus und löste damit, wenn auch nicht geplant, dieses Problem.

»Mit PowerTouch kann ich meine Mitarbeiter flexibler einteilen.«

Horst Kugler, Hoetzel GmbH

Ein Artikel des Fachmagazins DDS, 10 / 2014. Hier lesen Sie den Artikel auf DDS-Online.  

Der Kollege, der sonst beim Ladenbauer und Objekteinrichter Hoetzel in Deggingen das große Bearbeitungszentrum bedient, ist im Urlaub. Jetzt muss Wolfgang Huttenlau das übernehmen, obwohl er mit der Maschine noch nie selbstständig gearbeitet hat. Der Tisch der BMG 512 von HOMAG ist 6 m lang und 1,8 m tief. Die Maschine ist ausgestattet mit einer 5-Achs-Spindel, einer drehbaren Dübel- und Reihenlochbohreinheit und einem Kantenanleimaggregat. Im Vergleich zu seinem gewohnten Minibearbeitungszentrum für Korpusteile BHX 055 von WEEKE ist die BMG sowohl größenmäßig als auch von der Bearbeitungs- und Programmiermöglichkeiten ein Riese.

Der Schreiner muss sich mit der Aufgabe vorkommen, als habe ihn sein Vorgesetzter ins kalte Wasser gestoßen. Doch weit gefehlt, ruhig und gelassen macht er sich an die Arbeit und schaltet den Hauptschalter der Maschine ein, so wie bei seiner BHX. Beide Maschinen arbeiten nämlich mit der powerTouch-Steuerung und sind in den Grundfunktionen gleich zu bedienen. Weiß der Maschinenführer nicht weiter, nimmt ihn der Touchscreen an die Hand und lotst ihn auf dem Bildschirm zum Ziel. Links oben auf dem Maschinenbildschirm befindet sich eine Ampel. Die steht auf Rot und somit ist die Maschine nicht betriebsbereit. Es erscheint die Meldung, dass er noch die Druckluft und das Vakuum einschalten muss. Er schaltet beides mit einem Fingertipp auf den Bildschirm ein. 

Lotse für die Maschineneinrichtung
Auch die nächste Meldung bringt ihn nicht aus der Ruhe. Ein Fenster oppt auf und fordert ihn auf, die Linearführung im 72-fach-Kettenwechsler zu schmieren. Er weiß zwar noch nicht wie, aber nach vielleicht drei weiteren Fingertipps auf dem Bildschirm hat er Einblick in die Wartungsanweisung. Eine Skizze zeigt den Wechsler samt Schmiernippeln und der Aufforderung mit der Fettpresse mindestens jeweils 2,5 Hübe einzugeben. Das ist in Nullkommanix erledigt. Huttenlau tippt sein Kürzel ein und quittiert damit seine Wartungsarbeit. Dennoch steht die Ampel noch auf Rot; es fehlt noch das Referenzieren. Nach einem Fingertipp ist das nun auch geschehen. Die Ampel steht auf Grün, er kann ein Programm laden.

Foto: Fachmagazin DDS / Georg Molinski

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