03.06.2010

Hochwertige Maschinentechnik trifft hochwertigen Hausbau

Bauteile mit einer Genauigkeit von bis zu 0,5 mm stellt Nussbaumer mit seiner Abbundanlage WBZ 160 her.

In Alosen in der Schweiz stellt die Hans Nussbaumer Elementbau & Architekturbüro AG individuelle und nach höchsten qualitativen Maßstäben produzierte Häuser in Holzrahmenbauweise her. Seit Hans Nussbaumer gemeinsam mit seiner Frau Agnes die Firma im Jahr 2000 von seinem Vater übernommen hat, steht dabei der Qualitätsstandard der Häuser immer an erster Stelle. Und dieser spricht für sich: Werbung ist kaum nötig, da sich die Qualität unter den Bauherren herumspricht und so die Neukunden meist von alleine auf die Firma Nussbaumer zukommen.

Erstaunlicherweise findet die Produktion bei Nussbaumer auf drei Ebenen statt. Im Untergeschoss werden alle Plattenmaterialien auf einer horizontalen Plattenzuschnittsäge vorbereitet. Im Erdgeschoss erfolgen sämtliche Abbundarbeiten und im Obergeschoss findet der Elementbau statt. Über einen Aufzug erfolgt der Transport aller Materialien vom Untergeschoss ins Erdgeschoss. Die Verladung der Elemente vom Obergeschoss ins Erdgeschoss findet über eine eigens entwickelte, riesige Klappe im Boden statt.

„Das ist Maschinenbau“

„Wir stellen qualitativ hochwertige Häuser her und dafür benötigen wir die entsprechende Technik“. Damit bezieht sich Hans Nussbaumer auf die Investition in die Abbundtechnik von WEINMANN. Warum er sich für den Schritt vom Handabbund hin zum maschinellen Abbund entschieden hat, erläutert uns Nussbaumer folgendermaßen: „Der Handabbund ist nicht mehr modern, es führt kein Weg am maschinellen Abbund vorbei. Unser Qualitätsanspruch kann nur mit einer äußerst präzisen Maschine erfüllt werden. Daher war für uns klar, dass wir in eine Abbundanlage investieren wollen. Welche wir auch nicht mehr hergeben würden.“ Auf die Frage hin, ob auch ein Fremdabbund in Betracht gekommen wäre, verneint Nussbaumer sofort. Beim Fremdabbund sei die Erfüllung der Qualitätsansprüche nicht gewährleistet und zudem würde er in seiner Flexibilität eingeschränkt werden.

Natürlich zog man bei der Anschaffung verschiedene Hersteller in Betracht und holte Informationen ein. Ausschlaggebend für die Entscheidung für die Abbundanlage von WEINMANN war für das Elementbau-Unternehmen die Maschinentechnik. Im Hinblick auf seine Abbundanlage erklärt Nussbaumer begeistert: „das ist Maschinenbau, echter Maschinenbau. Es ist unglaublich, wie das alles zusammenläuft“. Dies hatte ihn vor der Investition schon sehr begeistert und begeistert ihn, seitdem die Anlage bei ihm steht, von Tag zu Tag mehr. Zudem sei die Anlage mit so vielen durchdachten Details ausgestattet, die ihn überzeugen und nun im Arbeitsalltag eine erhebliche Erleichterung bieten.

Dazu zählt beispielsweise das Spannsystem, bestehend aus vertikalen und horizontalen Spannern, in Kombination mit einem CNC-gesteuerten Greifersystem. Dies ermöglicht eine exakte Bauteilpositionierung. Zwei verfügbare Hauptspindeln verkürzen die Durchlaufzeiten, da ein Auswechseln des Sägeaggregats nicht notwendig ist. Zudem gewährleistet die Maschine durch die Vollkapselung des Maschinengehäuses, die integrierte Schalldämmung sowie die mitarbeiterfreundlich gestalteten Bedienelemente eine hohe Arbeitsergonomie. Der Bediener kann das Holz in aufrechter Haltung einlegen, die Höhe des Bildschirms sowie Tastatur ist ebenfalls in entsprechender Höhe angebracht und er wird vor Schmutz- und Lärmbelastung geschützt. Diese Details stellen für die Mitarbeiter im täglichen Umgang mit der Maschine eine hohe Motivation dar. „Es ist angenehm, wie leise und ergonomisch die WEINMANN Anlagen sind“, meint Nussbaumer.

Ein weiterer Pluspunkt der Anlage sei ihre Kompaktheit. Durch die Anordnung der Bearbeitungsaggregate in der Kabine, hat diese eine Länge von nur 2,20 m. Zudem benötigt die Maschine keine Fundamentarbeiten, was eine einfache Integration in die Halle ermöglichte.

Peter Holdener, Zimmermeister bei Nussbaumer, bedient die Abbundanlage heute. Im Prozess der Entscheidungsfindung war er immer mit dabei. Da er mit der Maschine arbeitet, war es für Nussbaumer wichtig, ihn in diesen Prozess aktiv miteinzubinden und die Entscheidung für die Abbundanlage gemeinsam zu treffen.

Auch die Beratung durch Robert Niklaus von der HOMAG Schweiz spielte eine entscheidende Rolle. Niklaus nahm sich ausgiebig Zeit für die Anliegen der Herren Nussbaumer und Holdener. So wurden beispielsweise verschiedene Firmen besucht, um zu sehen wie die WEINMANN Maschinen in einer tatsächlichen Produktion arbeiten.

Produktionsbegleitung: Der Grundstein für das Arbeiten mit der Maschine

Im November 2013 wurde die Maschine installiert und anschließend in Betrieb genommen. Dazu war ein Anwendungstechniker von WEINMANN vor Ort in der Produktion. Der gelernte Zimmermann unterstützte das Team um Nussbaumer bei der Einarbeitung mit der neuen Anlage. So wurden Prozesse optimiert und Fragen direkt beantwortet. Durch diese Betreuung in der Anfangsphase stand dem Produktionsstart mit der neuen Anlage nichts mehr im Weg. Für Nussbaumer war speziell diese Phase sehr wichtig für die heutige Produktion, denn hier wurde der Grundstein für die spätere Arbeit mit der Maschine gelegt.

Seit einem knappen Jahr ist die WEINMANN Abbundanlage WBZ 160 nun im Einsatz bei Nussbaumer. Peter Holdener, der mit der Maschine tagtäglich arbeitet, schwärmt von den unzähligen Bearbeitungen, die er mit der Anlage durchführt. So werden fast nur noch Verbindungen mit Schwalbenschwanz hergestellt, da diese mit der Anlage nicht nur höchst genau, sondern auch schnell produziert werden können. Aber auch komplexere Verbindungen, wie Hakenblätter und Ausblattungen, werden nun schnell und einfach realisiert. So werden heute alle Verbindungen aus Holz hergestellt, im Gegensatz zum früheren Handabbund, bei dem die Verbindungen hauptsächlich aus Metallverbindern bestanden. Zudem werden für eine nahe gelegene Schreinerei Rahmenteile für Hebe-Schiebetüren gefertigt. Selbst die für diese Produkte üblichen geringen Toleranzwerte erfülle die WEINMANN Abbundanlage.

Der Zimmermann Peter Holdener ist mit Leidenschaft dabei. Für Bearbeitungen, die mit der Maschine momentan nicht realisierbar sind, findet er Lösungsmöglichkeiten. Ist beispielsweise ein Balken mal zu groß für die Bearbeitung auf der Maschine, ist auch dies kein Problem. Dann wird dieser in zwei Einzelteilen gefertigt und anschließend mittels eingefräster Massivholzdübel zusammengeleimt. So ist der Querschnitt von 200 x 455 mm, der mit der Maschine bearbeitet werden kann, für Nussbaumer ideal. Die circa 2 % der Teile, die größere Querschnitte aufweisen, können, wie oben erwähnt, ebenfalls abgedeckt werden.

Bei Fragen arbeitet Nussbaumer gerne mit dem Fernservice der Firma WEINMANN zusammen. Die Kollegen dort seien „über die Hotline sofort erreichbar und reagieren schnell“, so der Geschäftsführer. So können Stillstandzeiten oft vermieden werden. Robert Niklaus von HOMAG Schweiz erklärt uns, dass circa 90 % aller Servicefälle über den Fernservice in kürzester Zeit gelöst werden können. Dies spart zum einen Kosten, da kein Monteureinsatz notwendig wird und zum anderen auch wertvolle Zeit.

Genauigkeiten bis zu 0,5 mm

Auf die Frage hin, ob sich die Investition denn gelohnt hat, stimmt Nussbaumer sofort zu. Neben der Zeitersparnis und dem geringen Personalbedarf - früher haben drei Mitarbeiter an zwei Tagen die Abbundarbeiten für ein Haus durchgeführt, heute wird nur noch ein Mitarbeiter benötigt - ist der größte Gewinn die hohe Genauigkeit. Und genau diese konnte mit der Abbundanlage von WEINMANN deutlich erhöht werden. So produziert Nussbaumer Elemente mit einer unglaublichen Genauigkeit von bis zu 0,5 mm. „Wir wollen Qualität und dafür müssen wir auch was tun“: Damit spricht der Geschäftsführer das Umfeld der Maschine an. Die genaueste Maschine könne keine hochpräzisen Ergebnisse herstellen, wenn das Umfeld nicht stimme. Denn für die Qualität seien neben der Maschine, die Qualität und Feuchtigkeit des Holzes, die Pflege der Werkzeuge sowie die Mitarbeiter maßgeblich. Die Firma Nussbaumer bekommt das Holz bereits in hoher Qualität vom eigenen Leimwerk angeliefert. Dieses wird vor der Bearbeitung mit der Abbundanlage mit einer Genauigkeit von 0,3 mm vierseitig gehobelt. Zudem werden die Maschine und die Werkzeuge regelmäßig gereinigt, es wird auf Geräusche bei der Bearbeitung geachtet und die Bearbeitungsergebnisse werden regelmäßig überprüft. So erkennen die Mitarbeiter abgenutzte Werkzeuge sofort und tauschen diese aus. Durch das Zusammenspiel all dieser Faktoren entsteht am Ende ein Präzisionshaus von Nussbaumer. Hans Nussbaumer ist stolz auf sein Team aus zwölf Mitarbeitern. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, kombiniert mit fortschrittlicher Maschinentechnik, sind der Schlüssel für die Erstellung hochwertiger Produkte.  

Quelle / Bildrechte:

Nachdruck genehmigt durch Hans Nussbaumer Elementbau & Architekturbüro AG

631 Alosen, Schweiz

www.nussbaumerhaus.ch

Text von: Tamara Brumm

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