01.09.2014

Friedl Holzbau setzt auf WEINMANN-CNC-Elementfertigung

Erfahrungsbericht - gelungener Einstieg in die CNC-Elementfertigung Die Firmengeschichte eines niederbayrischen Familienunternehmens

Das im Jahre 1949 von Jakob Friedl, Großvater des heutigen Geschäftsführers  Richard Schinagl gegründete Unternehmen hat seinen Firmensitz im bayerischen Niedersüßbach, 18 Kilometer von der historischen Stadt Landshut entfernt. Eben diesem Firmengründer Jakob Friedl ist es zu verdanken, dass das Unternehmen bereits in den frühen 1970er Jahren Fertighäuser in Holztafelbauweise baute und somit Pionierarbeit für die heute so erfolgreiche Fertighaus-Branche geleistet hat. Friedl, in der Anfangsphase der Fertighaus-Ära von seiner Umgebung noch eher belächelt, hatte - sprichwörtlich gesagt - den richtigen Riecher gehabt.

Die Firma gedieh, 1980 wurde mit dem Bau der ersten Produktionshalle sozusagen der Beginn der Serienfertigung eingeleitet. Im Jahr 1987, nach dem plötzlichen und unerwarteten Tod des Firmengründers, ging die Verantwortung auf die beiden Kinder, Elvira Schinagl und Rudolf Enders über, die das Werk seither in seinem Sinne fortführen.

Um den zwischenzeitlich gestiegenen Kundenansprüchen Genüge zu tun, entstand in den 1990er Jahren in Obersüßbach das erste eigenständige Friedl-Musterhaus. Zwei weitere Musterhäuser sollten folgen - eines davon ebenfalls am niederbayerischen Firmensitz und das andere in Weichering bei Ingolstadt.

Im Laufe seiner fast 65-jährigen Erfolgsgeschichte, davon über 40 Jahre im Fertighausbau tätig, blickt das Unternehmen zwischenzeitlich auf den Bau von über 1.200 Eigenheimen zurück. Aktuell werden pro Jahr rund 25 individuelle Holzhäuser gefertigt.

Erneuter Generationenwechsel leitet maschinelle Aufrüstung ein

Nach dem Einstieg der wiederum nächsten Generation in das Unternehmen durch die Enkel des Firmengründers, Richard und Andreas Schinagl, beschäftige man sich schon bald mit dem Gedanken der maschinellen Aufrüstung. Es galt, die mit jahrzehntelanger Erfahrung gewachsenen Qualitätsstandards nicht nur zu halten, sondern diese zu erhöhen. Außerdem wollte man die infrastrukturellen Grundlagen schaffen für ein beständiges Wachstum der Firma in den kommenden Jahren. Hatte man doch erkannt, dass der eigentliche Erfolgsgarant darin besteht, genau die Nische zu besetzen, die den Anspruch der Bauherren auf ein individuell geplantes "Architekten-Haus" mit den Vorzügen der Holzfertigbauweise (Kosten- und Termintreue, kurze Bauzeit, geprüfte Qualität, Niedrigenergiestandard) verknüpft. Außerdem war in den vorausgegangenen Jahren großes Augenmerk auf den Ausbau der EDV gelegt worden; daraus ergab sich quasi fast zwangsläufig die logische Konsequenz, die Daten dann auch direkt und zeitsparend an eine automatisierte Fertigung zu übergeben.

Entscheidung für den Maschinenkauf fällt nach reiflicher Vorbereitung

Nach intensiver Marktrecherche und einigen Vorgesprächen bei verschiedenen Anbietern wurde die Firma WEINMANN Holzbausystemtechnik in die engere Auswahl gezogen. Der WEINMANN Vertrieb ermöglichte der Friedl Geschäftsleitung Betriebsbesichtigungen bei diversen Holz- und Fertighausherstellern, die mit WEINMANN Anlagen produzieren. In zahlreichen Gesprächen wurden Konzepte und Layouts entwickelt, welche die mittelfristigen betriebswirtschaftlichen sowie produktionsbezogenen Entwicklungen der Firma Friedl Holzbau bestmöglich widerspiegelten.

Von der ehemals rein handwerklichen Fertigung wagte man schließlich Anfang dieses Jahres den großen Schritt in die mechanisierte Produktion. Es wurde in eine Kompaktanlage - bestehend aus einer 2-Tisch-Lösung mit überfahrender Multifunktionsbrücke, inklusive 12-fach Werkzeugwechsler - investiert. Diese wurde mit einem Plattenhandling ergänzt. Der Abbund wird aktuell nach wie vor zugekauft, da dieser über einen Händler relativ preisgünstig angeboten wird. Jedoch, so erfahren wir von Richard Schinagl, gibt es bereits Überlegungen, in die platzsparende, schnelle und präzise Abbundtechnik von WEINMANN zu investieren.

Fundierte Mitarbeiterschulung verhindert "Kulturschock" bei der Belegschaft  

Der Schritt von der handwerklichen Elementherstellung in die mechanisierte Fertigung bedeutet immer einen großen Schritt für die Mitarbeiter. Diese werden quasi von heute auf morgen aus gewohnten und eingespielten Abläufen gerissen.

Um hier bereits im Vorfeld entgegenzusteuern und um eventuelle Vorurteile gegen die neue Technologie abzubauen, wurden Friedl Mitarbeiter im WEINMANN Schulungszentrum bereits vor Auslieferung der Anlage einer zwar intensiven, jedoch sehr kameradschaftlich und freundschaftlich geprägten Schulung unterzogen und sorgfältig in die Produktionsprozesse sowie Programme eingewiesen.

Selbst die "älteren Semester" freundeten sich angesichts der durchdachten und bewährten Fertigungsmethoden schnell mit der neuen Technik an. Schließlich reflektieren die qualitativ hochwertig gefertigten Elemente ja auch das Ansehen, beziehungsweise die Leistung des Betriebs nach außen.

Die Produktion

Auf der Kompaktanlage werden sämtliche Wandelemente und auch die meisten Dach- und Deckenelemente gefertigt. Dazu werden vorkommissionierte, maschinell abgebundene Stiel- und Gurthölzer sowie die benötigten Plattenbaustoffe an den Montagetischen vorgehalten. Diese werden dann mittels des Balkengreifers und der beiden Vakuumsauger mitarbeiter- und auch materialschonend schnell und unkompliziert auf die Montagetische aufgelegt. Selbst schwere, große und unhandliche Teile können so von nur einem Bediener bewegt werden.

Auf dem ersten Montagetisch, dem sogenannten Gebertisch, wird aus den Stielen und Gurten zuerst der Ständerrahmen, quasi das "Skelett" der Bauelemente, erstellt. Hier wird die erste Beplankungslage ein- oder mehrschichtig aufgebracht. Deren Befestigung mittels Klammern, das Zu- und Ausschneiden der Platten an den Rändern und für Bauteilöffnungen, das Bohren und Fräsen diverser Aussparungen sowie das Aufbringen von Anrisskanten für nachfolgende Bearbeitungsschritte, wird dann vollautomatisch von der Multifunktionsbrücke übernommen. 

Nachdem die erste Bauteilseite auf diese Weise erstellt worden ist, folgt mithilfe der Wendefunktion der Tischanlage die automatische Übergabe des Zwischenprodukts auf den zweiten Montagetisch, den sogenannten Nehmertisch. Dort wird, nach dem Einbringen der Dämmung und der Installationsleerrohre, die zweite Elementseite auf analoge Art und Weise beplankt, bis das fertige Element mit dem fest installierten Hallenkran angehoben und zur weiteren Verwendung aus der Anlage fortbewegt wird.

Durch die Zusammenführung der Fertigung von Wand- sowie Dach- und Deckenelementen auf eine Anlage wurde nicht nur weiterer Lagerplatz geschaffen, sondern auch die Logistik vereinfacht. Die Arbeitsprozesse wurden konzentriert und gestalten sich dadurch für den Produktionsleiter übersichtlicher.

Beste Kundenreferenzen durch Einblick in die Produktion

Wie bei vielen anderen erfolgreichen Holzhausbauern auch, wird der Kunde bei Friedl Holzbau durch die Produktion geführt. Visuell und für die Bauherren im wahrsten Sinne des Wortes "greifbar", wird demonstriert, mit welcher Professionalität und in welch hoher Qualität das zukünftige Haus hergestellt wird. Ohne viele Worte werden bei diesen Besichtigungen Kunden gewonnen, die später ihrerseits als positive Empfehlungsträger für das Unternehmen fungieren.

Das Verhältnis zwischen den Friedl Mitarbeitern und den künftigen Hausbesitzern lässt sich übrigens bereits während der intensiven Planungsphase (und umso mehr nach Fertigstellung des Wohnhauses) am besten mit dem Attribut "familiär" beschreiben. Das Friedl-Motto "das Haus für's Leben", das sich der erfolgreiche Haushersteller auf seine Fahnen geschrieben hat, wird in Niedersüßbach Tag für Tag fühl- und sichtbar - und sehr zur Freude der frischgebackenen Hausbesitzer - gelebt.

 

Text: Eva-Maria Pulvermüller

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