01.04.2011

Flexible Anpassung an den Markt

Favrat Construction Bois bietet seine Einfamilienhäuser oder Großobjekte auf Wunsch auch schlüsselfertig an und liefert geschlossene Bauelemente auf die Baustelle.

Als die französische Bauwirtschaft 2009 nach einem Jahrzehnt anhaltenden Wachstums in eine Abschwungphase geriet, bedeutete dies vor allem eine Krise für den konventionellen Massivbau. Viele Zimmermeister, durch staatliche Umwelt- und Konjunkturprogramme gefördert, hatten dagegen eine stabile Auftragslage oder gar ein kräftiges Wachstum zu verzeichnen. Von dieser Entwicklung profitierten vor allem mittlere bis kleine Unternehmen mit gutem regionalem Ruf.

Eines dieser Unternehmen ist Favrat Construction Bois im französischen Jura. Das Unternehmen mit Sitz in Orcier bietet seine Einfamilienhäuser oder Großobjekte auf Wunsch auch schlüsselfertig an und liefert – in Frankreich immer noch nicht selbstverständlich geschlossene Bauelemente auf die Baustelle. Einen Teil seiner Gebäude liefert Favrat in die nahe Schweiz.

Interview mit Herrn Pascal Favrat

WEINMANN: „Herr Favrat, ihr Unternehmen hat in mehreren aufeinander folgenden Jahren seine Stückzahl verdoppelt. Wie ließ sich ein derartiges Wachstum logistisch organisieren?“

Favrat: „Durch Investitionen zum richtigen Zeitpunkt. Ende 2007 hatten wir die Grenze des Wachstums erreicht. Wir produzierten rund 5.000 m² Holzelemente manuell auf drei Arbeitstischen. Das war ein logistisches Problem, weil es bei drei parallelen Produktionslinien immer schwieriger wurde, den Überblick über den Gesamtprozess zu behalten. Eine Steigerung hätte noch mehr Tische, noch mehr Personal und noch weniger Überblick bedeutet. Deshalb haben wir Ende 2007 in eine WEINMANN Kompaktanlage investiert. Mit dem Ergebnis, dass heute alle Elemente über eine Linie laufen, die nur noch von einem Meister organisiert wird. In den beiden Folgejahren war es deshalb für uns kein Problem, die Elementstückzahl deutlich zu steigern. Das war auch deshalb möglich, weil diese Anlage sofort nach der Montage fehlerlos die Produktion aufnahm. Auch für die Zukunft sind wir bestens aufgestellt.“

WEINMANN: „Das heißt, dass Sie auch künftig mit einer positiven Entwicklung im französischen Holzhausbau rechnen?“

Favrat: „Ab 2012 wird der Energiebedarf öffentlicher Gebäude per Verordnung auf 50 kWh/m2a begrenzt. Dies wird öffentliche Auftraggeber noch stärker unter Druck setzen, in energieoptimierte Gebäude zu investieren. – Gut für den Holzhausbau. Auf die steigende Nachfrage sind wir mit der WEINMANN-Produktionslinie schon heute vorbereitet. Private Bauherren werden sich allerdings erst mit einiger Verspätung an diese Entwicklung anschließen: Das Interesse ist da, man schaut aber noch arg auf die Kosten.“

WEINMANN:„Ihr Schwerpunkt liegt also eindeutig auf den Großprojekten..?“

Favrat: „So ist es. Hin und wieder bekommen wir auch einen Auftrag für ein privates Wohnhaus, dessen Produktion wir heute flexibel in einen Großauftrag einschieben können. Eine marktgerechte Flexibilität, ohne die wir auch nicht auf kurzfristige Nachfragespitzen im Objektbau reagieren könnten. Das ist für mich ein wichtiger Vorteil der neuen Produktionstechnik.“

WEINMANN: „Hat die Kompaktanlage für Ihr Unternehmen noch weitere Vorteile?“

Favrat: „Ja, zum Beispiel beim Qualitätsmanagement. Wir haben auch vor der Industrialisierung auf hohem Niveau gefertigt – für uns als regionaler Anbieter ist das essentiell. Die neue Technik bringt uns jedoch das Quäntchen zusätzliche Sicherheit, das unseren guten Ruf bei öffentlichen Auftraggebern festigt. Dies ist wichtig, weil auch der Wettbewerb permanent in höhere Qualität investiert.“

WEINMANN „Erschließt Ihnen die neue Technik neben den Wettbewerbsvorteilen auch neue Geschäftsfelder?“

Favrat: „Ja, wir beabsichtigen zum Beispiel unser Engagement im sozialen Wohnungsbau zu verstärken. Hier würde uns die Vorfertigung einfacher, kostengünstiger Konstruktionen besondere Vorteile bringen. Außerdem erwarte ich eine Zunahme von Bauteilen bis 3,40 m Höhe. Da die neue Regelung eine maximale Benutzung von Holz im Bau empfiehlt, werden sie zunehmend als Vorhangfassade in Beton-Holz-Mischkonstruktionen eingesetzt werden. Hier ließen sich durch Standardisierung zusätzliche Kostenvorteile nutzen. Ein wichtiges Kaufargument für die Kompaktanlage war, dass sie modular aufgebaut ist und wir durch Modifikationen schnell auf derartige Veränderungen am Markt reagieren können. “

WEINMANN: „Herr Favrat, wir danken Ihnen für dieses Gespräch."

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