In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Zimmerei und Schreinerei mit der Herstellung von Standuhrengehäusen sowie Schuh- und Badezimmerschränken gegründet wurden ab 1958 Möbel im größeren Stil produziert. Seinerzeit gab es rund 25 Produzenten in der Region, wovon heute noch knapp eine Handvoll existieren. Die mittlerweile auf drei Einzelunternehmen mit jeweils eigenen Produktbereichen (Massivholz- und Stilmöbel, Möbel aus furnierten Plattenwerkstoffen und Massivholzfronten sowie Möbel mit Kunststoffoberflächen) angewachsene Unternehmensgruppe von Jan Bauwens sollte auch in Zukunft bestehen und auf dem belgischen sowie internationalen Markt eine bedeutende Rolle einnehmen können. Für einen neuen und zukunftsorientierten Produktbereich wurden demnach hochwertige Mitnahmemöbel als weiteres Standbein festgelegt. Damit sollte gleichzeitig die sinkende Nachfrage bei Massivholz- und Stilmöbel wettgemacht sowie das existenzielle Wachstum des Unternehmens sichergestellt werden. Um dieses Ziel zu erreichen wurden im Unternehmensbereich Solidwood für die Fertigung von Mitnahmemöbel rund 10 Mio. Euro in neue Produktions- und Lagerflächen, eine Hochspannungskabine zur Energieerzeugung sowie in modernste Fertigungseinrichtungen investiert.
HOMAG Engineering-Konzept mit überzeugenden Merkmalen
Der von der HOMAG Engineering ausgearbeitete Vorschlag zum Kaschieren von Möbelteilen inklusive Längs- und Querbearbeitung ohne Schnittstellen überzeugte die Bauwens-Verantwortlichen auf Anhieb durch prägnante Merkmale. Vor allem imponierte der komplette Bearbeitungsablauf mit vernetzten Maschinenkomponenten bei den einzelnen Bearbeitungsstationen der hierfür jeweils spezialisierten Hersteller aus dem Verbund der HOMAG Holzbearbeitungssysteme AG. „Das vorgelegte Fertigungskonzept“ – so Nicojan Bauwens – „zeigte, dass HOMAG unsere Fragen richtig verstanden hat und mit schlüssigen Lösungen beantworten konnte. Wir haben uns sehr schnell innerhalb von sechs Monaten für die Anlage der HOMAG Gruppe entscheiden können, vom ersten Gespräch mit unseren Wünschen bis zur abschließenden Projektbesprechung beziehungsweise Auftragserteilung gerechnet“. Gleichermaßen wichtig erschien ihm die Vertriebsstruktur mit betreuenden Ländervertretungen beziehungsweise -gesellschaften, die in seinem Falle eine Kontaktperson für die betreuende Projektbegleitung sowie kurze Wege in der Kommunikation bedeuteten.
Natürlich stellten genauso rein wirtschaftliche Erwägungen eine wesentliche Entscheidungsgrundlage dar, denn der „stabile Name“ HOMAG (O-Ton Nicojan Bauwens) steht für Zukunftsperspektiven, die Funktionssicherheit und den After-Sales-Service ebenso wie für weiterführende innovative Neuentwicklungen bei Fertigungsprozessen. „Das Erfahrungs-Know-how sowie die Branchenspezialisierung der HOMAG Engineering ergeben für uns genauso rechenbare Vorteile, die sich positiv auf die Preiskalkulation unserer Mitnahmemöbel auswirken“ ergänzt der Fertigungsverantwortliche sein Statement für die Entscheidung zugunsten der deutschen Herstellergruppe.
Effizienzoptimierung dank Gruppensystematik
Gleichermaßen bringt die Gruppensynergie der Methodik „alles aus einer Hand“ für die Gaston Bauwens NV einen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Durch die Verwendung einheitlicher Plattformen für alle Komponenten bei den Baugruppen der beteiligten Maschinenhersteller der HOMAG Gruppe entfallen einerseits die sonst üblichen Schnittstellen, wenn verschieden zusammen gewürfelte Herstellerfabrikate zum Einsatz kommen. Andererseits können die Bedieneroberflächenflächen aller Maschinen durch die effektive Netzwerktechnik einheitlich aufgebaut werden. Das führt sowohl zu schnellerem Verständnis und vereinfacht dank gleichartig aufgebauter Dokumentationen wie Handbücher und Betriebsanleitungen das Maschinenhandling. Gleichzeitig ist ein schnellerer Service durch die installierte Service-Hotline zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich.
Fakt und Kostenwirksam gleichermaßen sind außerdem die kurzen Rüst- und Umrüstzeiten dank hohem Automatisierungsgrad sowie die übergeordnete Straßensteuerung für alle Anlagenteile.
Hochqualifizierte Produktionstechnik konform mit Umweltschutz
Ein hochwertiges Möbelstück preiswerter zu machen und gleichzeitig dessen Fertigung umweltverträglich zu gestalten ergänzten die Herren Bauwens noch mit dem Alleinstellungsmerkmal, dass gleichermaßen sowohl mit Papier- als auch Kunststofffolien in großen Breiten von 1300 Millimeter kaschiert werden kann. Zudem müssen zwei Auftragssysteme im Wechsel zur Verfügung stehen, um Bedarfsweise und ohne weiteren Aufwand die verschiedenen Klebersorten für Papier und Folie fahren zu können. Ebenfalls müssen Dünnplatten problemlos zu kaschieren sein, was eine hohe Flexibilität bei Dekoren auch für die Rückwände bedeutet. Zudem wird anstatt Weißleim und Harnstoff ausschließlich Schmelzkleber (Hotmelt) zum Kaschieren verwendet. Das ist nicht nur ökologischer, sondern spart noch den nicht unerheblichen Reinigungsaufwand ein.
Anstatt furnierter Oberflächen haben die Solidwood-Mitnahmemöbel Papieroberflächen in allen erdenklichen Dekors und Kombinationen. Wurden früher der Qualität wegen die Möbel erst fertig montiert und anschließend aufwändig lackiert, so ist jetzt keinerlei Oberflächenbehandlung erforderlich. Zudem ist eine immer gleich bleibende Qualität in Farbe und Aussehen gewährleistet. Die zugeschnittenen, genuteten und gebohrten Möbelteile werden sofort nach der Format- und Kantenbearbeitung versandfertig verpackt (flat packs).
Das ist die Rechnung von Nicojan Bauwens für seine Idee „preiswert und umweltverträglich zu fertigen“:
- Kostengünstige Produktion durch Prozessoptimierte Fertigung
- Weniger Aufwand in der Fertigung
- Geringere Kosten durch Wegfall der Lackiererei einschließlich aller Nebenaufwendungen
- Reduzierter Energieverbrauch
- Wegfall des Möbelzusammenbaus
- Möglichkeit, die Möbel in Teilen zu verpacken
- Einfacher zu Transportieren (= weniger Transportkosten)
- Eigener Fuhrpark für besseren Lieferservice, keine Transportschäden, weniger Logistikaufwand
- Für die Kunden: preiswerte Qualitätsmöbel
- ...und nicht zuletzt sparsamer Umgang mit der Ressource Holz durch weniger Verbrauch dieses
Rohstoffes sowie Einsparung der aufwändigen Furnieraufbereitung und -verarbeitung
Dank dieser Optimierungsmaßnahmen kann sich das Unternehmen ein gut bestücktes Vorratslager auf 15.000 m² an fertig verpackten Möbeln leisten, um kurzfristiger liefern zu können. So war es möglich, mit dem Produktbereich ‚Mitnahmemöbel’ auf Anhieb einen Anteil von 30 Prozent des Gruppenumsatzes zu erzielen mit steigender Tendenz und Focus 40 Prozent im Jahre 2007.
Bautafel
1) Produktionsanlage für Mitnahmemöbel
Flexible Fertigungslinie zum Kaschieren und Aufteilen in einem Durchlauf
Beteiligte Unternehme:
BARGSTEDT
FRIZ
HOMAG
HOMAG Engineering
Anlagenkomponente:
- Beschickung inklusive Zuführrollenbahn
- Kaschieren oben/unten
- Längssäge
- Winkelübergabe
- Quersäge
- Winkelübergabe
- Abstapelung
- Übergeordnete Straßensteuerung
- Einsatz von zwei unterschiedlichen Kleberauftragssysteme auf separaten Fahrwagen
Klebstoffsystem mit Walzenauftrag für PUR-Schmelzkleber bei PVC-Folien
Klebstoffsystem mit Breitschlitzdüsen für EVA/PO-Schmelzkleber bei Dekor-Papierfolien
- Werkstückparameter Rohplatte
Länge: 1200 – 3000 mm
Breite: 254 – 1300 mm
Dicke: 3,2 – 60 mm
Bautafel
2) Produktionsanlage für Mitnahmemöbel
Flexible Fertigungslinie zur vierseitigen Format- und Kantenbearbeitung in einem Durchlauf
Beteiligte Unternehmen:
BARGSTEDT
HOMAG
HOMAG Engineering
WEEKE
Anlagenkomponente:
- Doppelseitige Beschickung
- Doppelseitige Format- und Kantenbearbeitung längs
- Winkelübergabe
- Doppelseitige Format- und Kantenbearbeitung quer
- Kurvenband
- Bohren
- Doppelseitige Abstapelung mit Drehstation
- Übergeordnete Straßensteuerung
- Einsatz von vier Bohrmaschinen (auf Kundenwunsch):
2 Maschinen im Einsatz, 2 Maschinen im Rüststatus
- Kantenmaterialien: Rollenware
Dünnkanten 0,3 – 0,8 mm (Papier, Melamin, CPL)
Dickkanten 1,0 – 3 mm (ABS)
- Servotechnik bei Standardfräsaggregaten
- Werkzeugaufnahme HSK 63 bei Standardfräsaggregaten
- Maschinenanordnung in U-Form
Das Unternehmen GBO Furniture Gaston Bauwens NV 8730 Beernem/Belgie Tel.: +32 50 799080 Fax: +32 50 781572 eMail: info@bauwens.be www.bauwens.be |
| Gegründet |
1935 von Gaston Bauwens 1951 Ausbau und Neuausrichtung durch Jan Bauwens |
| Geschäftsführung |
Jan Bauwens. leitender Direktor Sohn Nicojan Bauwens, Produktion Tochter Jannic Bauwens, Finanzen |
| Administation |
Luc Vecruysse, Verkaufsleitung |
| Werke |
|
| Bauwens |
Möbel mit furnierter Oberfläche und Massivholzfronten, Sägewerk |
| De Akker |
schwere Massivholzmöbel, Stilmöbel |
| Solidwood |
Mitnahmemöbel |
| Mitarbeiter |
rund 400 |
| Betriebsgröße |
Gelände: 166.500 m² Überbaute Fläche: 80.000 m² Produktionsflächen: 42.000 m² Möbellager: 38.000 m² Waldflächen für eingenen Holzeinschlag |
| Umsatz |
Gruppe: 40 Mio. Euro in 2006, 2007 +6% Anteil Mitnahmemöbel: 30%, 2007 +35% Exportanteil: 40% |
| Vertrieb |
über Handel |
| Werbung |
in Fachzeitschriften Messen Show Truck |